Elektroheizung: Schnelle Wärme für hohen Preis

Bei einer Elektroheizung erfolgt das Heizen mithilfe von Strom. Im Gegensatz zu anderen konventionellen Heizsystemen wie Gasheizungen oder Brennstoffzellenheizungen wird lediglich ein Stromanschluss benötigt. Dies genügt bereits, um anschließend die Wohnung oder das Haus aufwärmen zu können.

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Die Funktionsweise der Elektroheizung

Doch wie funktioniert eine Elektroheizung eigentlich? Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Wirkprinzipien, mit denen die Funktionsweise einer Elektroheizung erklärt werden kann:

  • die Direktheizung
  • die Speicherheizung

Je nach der speziellen Art der Heizung variiert auch die Funktionsweise. Einerseits ist es möglich, dass der elektrische Strom direkt den Heizkörper erwärmt. Dieser gibt die generierte Energie dann an die umliegende Luft ab, sodass sich der jeweilige Raum aufwärmt. Ein Zwischenspeicher ist nicht vorhanden.

Darüber hinaus gibt es noch das Wirkprinzip der Wärmespeicherung. Hierbei wird zunächst die Wärme erzeugt und anschließend gespeichert. Der Nutzer kann sich dann entscheiden, wann er die Wärme in der gewünschten Menge an die umliegende Umgebung abgeben will.

Der thermische Speicher besteht dabei aus mineralischen Materialien, die die Produkteigenschaft aufweisen, Wärme für einen bestimmten Zeitraum speichern zu können. Dabei wird oftmals nachts die elektrische Energie genutzt, da ein signifikanter Teil der Stromanbieter den Strom in der Nacht zu einem günstigeren Preis verkauft.

Installation und Anschluss

Der Anschluss von Elektroheizungen unterliegt gewissen gesetzlichen Anforderungen. Diese sind in der Niederspannungsanschlussverordnung einheitlich festgelegt. In § 20 der Verordnung hat der Gesetzgeber technische Bedingungen für den Anschluss der Elektroheizung an das Stromnetz vorgeschrieben.

Grundsätzlich erfolgt der Stromanschluss aus technischer Sicht problemlos und leicht. Allerdings ist in der Verordnung festgelegt, dass der Netzbetreiber das Recht hat, die Elektroheizung zu prüfen, um eine störungsfreie Stromversorgung zu gewährleisten. Eine Genehmigung der Elektroheizung kann der Anbieter allerdings nur im absoluten Ernstfall verweigern – denn dafür bedarf es gewichtige Gründe.

Zudem ist vor allem bei nachträglich montierten Elektroheizungen gar kein direkter, komplizierter Anschluss notwendig. Es genügt vollkommen, die Stromversorgung via Steckdose zu gewährleisten.

Die unterschiedlichen Arten einer Elektroheizung

Wenn jemand von einer Elektroheizung spricht, ist Vorsicht geboten. Denn es gibt nicht „die eine“ Elektroheizung – vielmehr gibt es auf dem Markt eine große Auswahl an unterschiedlichen Arten mit zahlreichen weiteren Unterteilungen. Eine grundlegende Differenzierung besteht zwischen der Funktion der Heizung und dem Verwendungszweck. Demnach gibt es

  • Direktheizungen
  • Speicherheizungen
  • Heizungen für die Warmwasserbereitung

Die Direktheizung

Wer sich für eine Direktheizung entscheidet, hat eine vielfältige Auswahl an verschiedenen Modellen. Dies sind zum Beispiel

Radiator

Beim Radiator handelt es sich um eine populäre elektrische Direktheizung. Die geschlossenen Systeme sind mit einer Flüssigkeit, zumeist Öl, gefüllt. Mittels Heizstab wird die Heizflüssigkeit dann erwärmt. Die Wärme wird umgehend an die Luft in der Umgebung abgegeben.

maedchen und radiator

Konvektor

Der Konvektor sorgt dafür, dass zunächst die kalten Luftschichten vom Boden in einem Raum angesaugt werden. Denn naturgemäß sammelt sich am Boden die kälteste Luft. Diese Luft wird dann durch die Elektroheizung erwärmt.

Die Luft steigt dann nach oben und wärmt den Raum. Wenn sich die Luft erneut abgekühlt hat, sinkt die Luft wieder nach unten. Dann beginnt der Kreislauf von Neuem.

Heizlüfter

heizluefter

Auch Heizlüfter sind sehr beliebte Varianten der Elektroheizung. Beim Heizlüfter handelt es sich ebenso um eine direkte Heizung. Im Gegensatz zum Radiator gibt es hierbei einen Lüfter, der für eine schnelle Verteilung der Wärme im Raum sorgt.

Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung unterscheidet sich deutlich von den anderen Arten der Direktheizungen im Bereich Elektroheizung. Denn diese Art sorgt nicht für ein Erhitzen des Raums – vielmehr werden die Objekte, die sich in dem jeweiligen Raum befinden durch die Infrarotheizung erwärmt.

Wandheizung

Darüber hinaus gibt es noch die Wandheizung, die die erzeugte Wärme ebenso unmittelbar an die Umgebung abgibt.

Bei der Wandheizung handelt es sich um eine Art Infrarotheizung. Denn auch diese zielt auf das Erwärmen von Objekten im Raum ab. Ganz nach dem Geschmack der Besitzer kann die Heizung sowohl an Decken als auch an Wänden montiert werden.

Die Speicherheizung

Wie bei den Direktheizungen gibt es auch verschiedene Arten einer Speicherheizung. Dies sind unter anderem

  • die Natursteinheizung
  • die Nachtspeicherheizung
  • die Flächenspeicherheizung

Natursteinheizung

Grundsätzlich ist auch die Natursteinheizung eine Art der direkt heizenden Infrarotheizung. Der maßgebliche Unterschied liegt darin, dass die Elektroheizung in die Wand eingebaut wird. Natursteine verkleiden den Heizkörper. Diese Natursteine können einen gewissen Teil der Wärme speichern und geben sie nach und nach an den Raum ab.

Nachtspeicherheizung

In den 50er Jahren wurden erstmals Nachtspeicherheizungen entwickelt. Der günstigere Nachtstrom sollte diese Art der Heizung für Verbraucher attraktiv machen.

Die Nachtspeicherheizung zieht sich – wie der Name schon sagt – in der Nacht den benötigen Strom und erzeugt die Wärme. Diese wird dann im Laufe des Tages dazu genutzt, um die verschiedenen Räume zu heizen.

Flächenspeicherheizung

Flächenspeicherheizungen sind eine Modifikation der Nachtspeicherheizung. Auch hier wird durch einfache, elektrische Heizgeräte die Energie in den Mineralien des Speicherkerns festgehalten.

Charakteristische Gesteinsarten hierfür sind zum Beispiel der Speckstein oder die Schamotte. Prinzipiell ist diese Elektroheizung eine Weiterentwicklung, die die gespeicherte Wärme noch effizienter an den Raum abgeben kann. Der Wärmeverlust beim Speichern ist deutlich geringer, jedoch immer noch vorhanden.


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Die Warmwasserbereitung

Der dritte Anwendungsbereich ist die Bereitung von warmem Wasser. Dies wird oftmals zusätzlich zum Heizen der Räume angestrebt. Ganz gleich, ob das Wasser in der Küche oder im Bad erhitzt werden muss – die Elektroheizung macht es möglich. Wenn Verbraucher eine Elektroheizung zu diesem Zweck nutzen wollen, sind vor allem zwei Modelle beliebt:

  • Durchlauferhitzer
  • Boiler

Durchlauferhitzer

Eine mögliche Variante ist der Durchlauferhitzer. Das Wasser fließt in das Gerät und wird im Inneren erwärmt. Anschließend kann das Wasser durch Leitungen weiter befördert werden, um Warmwasser an den Stellen zu erzeugen, wo es benötigt wird.

Boiler

boiler

Bei einem Boiler handelt es sich um ein System mit einem Warmwasserspeicher. Das aufgewärmte Wasser kann somit für eine bestimmte Zeit gespeichert werden, um dies dann anschließend zu nutzen.

Die Vor- und Nachteile einer Elektroheizung

Die Direktheizung

Bei den Direktheizungen profitieren die Privatpersonen vor allem von den relativ geringen Anschaffungskosten. Darüber hinaus gelingt die Installation schnell und es ist anschließend kaum eine Wartung notwendig.

Vor allem im Bereich der Direktheizungen gibt es zudem eine große Auswahl an unterschiedlichen Arten und Modellen. Bei einem Konvektor ist ein weiterer Vorteil, dass die Luft ständig im Raum zirkuliert. Dies empfindet das Gros der Verbraucher als äußerst angenehm.

Allerdings gibt es beim Kauf einer direktheizenden Elektroheizung nicht nur Vorteile. Die Betriebskosten sind relativ hoch.

Darüber hinaus ist vor allem die Umweltbilanz ausbaufähig, da oftmals viel Strom benötigt wird, um ausreichend Wärme zu erzeugen. Vor allem in einem Altbau sind andere Heizsysteme zumeist deutlich effizienter.

Auch aus ökologischer Sicht besteht hoher Verbesserungsbedarf. Denn bei einem herkömmlichen Betrieb via öffentlichem Stromnetz ist die Ökobilanz vergleichsweise schlecht.

Die Speicherheizung

Der Boom der Speicherheizungen ist eigentlich vorbei. Aus theoretischer Sicht bieten diese Elektroheizungen allerdings zunächst einen entscheidenden Vorteil. Denn keine andere Art einer Elektroheizung kann es den Verbrauchern ermöglichen, den Strom in der Nacht zu nutzen. Daraus resultieren grundsätzlich günstigere Betriebskosten als bei den anderen Arten.

Allerdings gibt es auch signifikante Nachteile. Wenn die Nutzer zum Beispiel an einem kalten Tag deutlich mehr Wärme benötigen, muss die Heizung am Tag mit dem teuren Tagstrom nachbetrieben werden.

Zudem besteht bei alten Modellen teilweise ein gesundheitliches Risiko, da diese oftmals mit Asbest gefertigt wurden. Dies ist heute bei den modernen Varianten nicht mehr der Fall. Dazu kommt, dass Nachtstrom mittlerweile zum gleichen Preis bezogen werden kann wie Tagstrom. Mit der langen Speicherung der Wärme geht außerdem ein gewisser Energieverlust einher. Die Energieeffizienz ist also deutlich ausbaufähig.

Die Warmwasserbereitung

Elektroheizungen zur Erzeugung von warmem Wasser bieten eine einfache Möglichkeit, um warmes Wasser zu erzeugen. Schließlich erfolgt die Installation innerhalb kürzester Zeit.

Allerdings gibt es auch Nachteile in diesem Bereich. Vor allem der Durchlauferhitzer kann nicht für ausreichend warmes Wasser sorgen. Somit ist es zum Beispiel möglich, dass beim Duschen das Wasser lediglich lauwarm ist.

Dies ist bei einem Boiler anders, da dieser einen Warmwasserspeicher integriert hat. Allerdings bringt die Speicherung einen signifikanten Energieverlust mit sich. Daraus resultieren hohe Betriebskosten.

Die Kosten einer Elektroheizung

Bei der Entscheidung für eine Elektroheizung sind die Kosten ein überaus wichtiges Kriterium. Wie bei jedem Heizsystem genügt es nicht, die einmaligen anfänglichen Investitionen in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Vor allem die laufenden Betriebskosten entscheiden darüber, ob sich eine Anschaffung aus wirtschaftlicher Sicht lohnt. Förderungen und vergünstigte Kredite gibt es für Elektroheizungen nicht. Vielmehr werden ausschließlich andere Heizsysteme subventioniert.

Anschaffungskosten

Bei den Anschaffungskosten für eine Elektroheizung kommt es darauf an, wie viel Leistung in Watt benötigt wird. Grundsätzlich gilt es, dass für einen Heizkörper mit einer Leistung von 300 Watt ca. 250 Euro fällig werden. Die Anschaffungskosten sind also relativ gering.

Selbst wer mit einer 1500 Watt Leistung des Heizkörpers kalkuliert, muss unter 1000 Euro für einen Heizkörper bezahlen. Ein solcher Heizkörper reicht für eine gut gedämmte Wohnfläche von ca. 25 Quadratmetern.

Für die Kalkulation ist es folglich möglich, pro 10 Quadratmeter bei gut gedämmten Räumen mit Anschaffungskosten in Höhe von 300-400 Euro zu kalkulieren. Bei schlecht gedämmten Räumen kann die Anschaffung auch gut und gerne mit dem Doppelten zu Buche schlagen.

Betriebskosten & Stromverbrauch

Allerdings sind die Heizkosten pro Jahr, die für Wartung und Strom fällig werden, relativ hoch. Diese können bei einem Heizkörper mit 1500 Watt bis zu 600 Euro betragen, Pro 10 Quadratmeter sind dies dann ungefähr 250 Euro.

Wer dies auf eine Wohnung mit durchschnittlich 80 Quadratmetern hochrechnet, kommt zum Ergebnis, dass ca. 2000 Euro Heizkosten pro Jahr fällig werden – und dies nur unter der Prämisse, dass es sich um eine gut gedämmte Wohnung handelt.

Fazit – Ist eine Elektroheizung sinnvoll?

Eine Kombination mit anderen Heizsystemen und vor allem Stromquellen ist nur bei modernen Gebäuden sinnvoll. Verbraucher können zum Beispiel die Elektroheizung mit Hilfe von einer Photovoltaik-Anlage betreiben. Schließlich fallen dann die teuren Strom- und Betriebskosten weg.

Allerdings kostet auch eine Photovoltaik-Anlage einen hohen anfänglichen Betrag. Aus diesem Grund macht eine Elektroheizung heutzutage nur Sinn, wenn es sich um moderne Gebäude handelt, bei denen sämtliche Faktoren aufeinander abgestimmt sind.

Vor allem bei alten Gebäuden sind andere Heizsysteme vorzugswürdig. Gas- und Ölheizungen sind hier das deutlich effizientere Mittel der Wahl. Denn auch die Energiebilanz einer Elektroheizung ist überaus mangelhaft.

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