Fußbodenheizung – Wie viel Druck ist angemessen?

Fußbodenheizung

Die meisten gehen davon aus, dass sobald die Fußbodenheizung installiert ist, damit alles für die nächsten Jahre geregelt ist. Für das reibungslose Funktionieren einer Fußbodenheizung ist es wichtig, prinzipielle Dinge zu verstehen und abzuklären. Eines dieser Dinge ist der Druck der Fußbodenheizung. Der Heizdruck lässt bei jeder Fußbodenheizung nach drei bis fünf Jahren nach. In der Folge kommt es an der Heizungsanlage oder an der Wärmepumpe zu Fehlermeldungen.

Druckschwankungen erkennen

In der Regel macht sich ein stetig wechselnder Heizungsdruck erst bemerkbar, wenn die Heizung während der Heizsaison nicht richtig warm wird. Überwiegend taucht dieses Phänomen nur kurz auf. Steigt der Druck in der Anlage wieder an und herrscht unter Umständen ein Überdruck, werden die Heizkörper wieder warm. Sollten solche Ausfälle auftreten, heißt es einen Blick auf das Manometer zu werfen.

Der optimale Anlagendruck liegt in einem Einfamilienhaus bei 1,5 bis 1,8 bar. Befindet sich der Druck in diesem Bereich, kommt noch am vom Heizkessel weit entferntesten Heizkörper zuverlässig Wärme an. Am Manometer ist ablesbar, ob der Druck der Heizungsanlage innerhalb des empfohlenen Druckbereichs liegt.

Um sicherzugehen, dass der Druck der Heizung schwankt, ist es ratsam, das Manometer zu verschiedenen Tageszeiten und Witterungsbedingungen mehrfach abzulesen. Generell sind Druckschwankungen normal. Während des Betriebs kommt es regelmäßig zu Temperaturschwankungen. Diese haben auf den Systemdruck Einfluss. Fällt der Druck der Anlage wiederholt unter den empfohlenen Bereich und steigt anschließend wieder an, ist es ratsam, eine Fachfirma mit der weitergehenden Fehlersuche zu beauftragen.

Grund für Druckveränderungen

Kommt es zu einer Druckveränderung, sind die meisten Besitzer einer Fußbodenheizung stark verwundert. In erster Linie fragen sich die Besitzer, ob etwas kaputt gegangen oder falsch eingestellt ist. Generell besteht zunächst kein Grund, unnötig in Aufregung zu geraten. Die Veränderung des Druckes ist generell normal. Er kann bei einer Fußbodenheizung gar nicht auf einem konstanten Level bleiben. Der Grund ist, dass sich Wasser durch die Wärme ausdehnt. Entsprechend nimmt der Druck der Fußbodenheizung zu. Bei einem Absinken der Wassertemperatur fällt der Druck wieder ab. Fußbodenheizungen sind verschieden aufgebaut. Abhängig davon, welche Fußbodenheizungsart eingebaut ist, wie diese verlegt wurde und ob ein Primärkreislauf oder ein Sekundärkreislauf vorliegt, können Druckänderungen unterschiedlich hoch ausfallen.

Idealdruck

Es lässt sich nicht pauschal beantworten, ab welcher Höhe der Druck ideal ist. Der zuständige Heizungstechniker hat vor der Installation der Fußbodenheizung zahlreiche Berechnungen durchgeführt. Abhängig vom verwendeten System und dem Umfang der Fußbodenheizung und anderen Faktoren hat dieser einen Normwert ermittelt. In den Unterlagen, die vom Heizungstechniker übergeben wurden, ist in der Regel der entsprechend benötigte Druck zu finden. Dieser gibt Auskunft darüber, wann zum Beispiel Wasser nachzufüllen ist, wann entlüftet werden muss und wie häufig dies zu geschehen ist.

Druckermittlung

Bei herkömmlichen Heizungen ist das Ermitteln des Druckes einfach. Bei einer Fußbodenheizung gestaltet sich dies um einiges schwieriger. Deshalb ist es relativ schwer, im Nachhinein Berechnungen durchzuführen. Hinsichtlich der Leistung und des Drucks spielen eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren eine entscheidende Rolle. So kommt es beispielsweise auf die Raumgröße, den Heizwärmebedarf der Räumlichkeit, den verwendeten Fußbodenbelag, den Grund unter der Heizung, den Volumenströmen sämtlicher angeschlossener Heizkreise, die Gestaltung und Verwendung des Raumes und eventuell vorhandene Thermotatsteuerungen (Einzelraumsteuerungen) an.


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Werden die Volumenströme sämtlicher am jeweiligen Heizverteiler angeschlossenen Heizkreise ermittelt, ergeben diese zusammengerechnet für die komplette beheizte Fläche den Gesamtvolumenstrom.

Die Multiplikation der Heizregistergröße mit der spezifischen Rohrlänge und dem spezifischen Druck ergibt den Druckverlust in einem bestimmten Raum. Aus diesen Werten ergeben sich die entsprechenden Voreinstellungswerte am Heizverteiler. Voraussetzung ist, dass alle Bauteile der Heizung die richtige Dimensionierung haben.

Hydraulischer Abgleich

Genau wie Radiatorenheizungen benötigen auch Fußbodenheizungen einen hydraulischen Abgleich. Dieser Abgleich legt fest, welcher Druck herrschen soll. Wichtig zu wissen ist, dass in den unterschiedlichen Heizkreisen nicht die gleichen Drücke herrschen.

Nach Möglichkeit sind die eingestellten Werte des Abgleichs durch Laien nicht zu verändern. Das Einstellen ist besser einer professionellen Heizungsfirma zu überlassen.

Bedeutung des richtigen Drucks

Den exakten Grund zu ermitteln, hört sich für jeden Besitzer einer Fußbodenheizung unglaublich kompliziert an. Dennoch ist dies eine lohnenswerte Aufgabe. Ist die Fußbodenheizung richtig eingestellt und ebenfalls der passende Druck, hat dies einen positiven Einfluss auf den Energieverbrauch. Unter Umständen können die Heizkosten bis zu 20 Prozent steigen, wenn der Druck nicht optimal eingestellt ist. Entsprechend wichtig ist es, sämtliche Einstellungen in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und zu korrigieren.

Credits: New Africa / bigstockphoto.com

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.