Gasheizung im Test: Stiftung Warentest prüft auf Herz und Nieren!

Ist Gas günstiger als Öl? Wer die richtige Gasheizung installiert, kann beim Heizen und bei der Erwärmung von Warmwasser bares Geld sparen und obendrein die Umwelt schonen. Vor allem Modelle mit Brennwerttechnik haben sich etabliert und können zum Beispiel in Kombination mit einer Solarspeicherung zur Trinkwassererwärmung genutzt werden.

Stiftung Warentest hat schon im Jahr 2010 die beliebtesten – und vielleicht sogar die besten – Gasheizungen unter die Lupe genommen. Die Preise für die getesteten Gasheizungen liegen zwischen 4.500 und 5.800 EUR zuzüglich Einbau. Hier zeigt sich kein deutlicher Unterschied, was bei der Leistung, der Effizienz und damit beim Mehrwert schon anders aussieht.

Wir haben den unabhängigen Test mitverfolgt und eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Informationen erstellt. Den gesamten Test findet man hier.

Austausch alter Gasheizungen ist immer sinnvoll

In Häusern mit alten Gasheizungen bringt die Umrüstung auf neueste Technik immer einen Vorteil. Doch sollten Familien beim Kauf genau abwägen, welches Heizsystem sich wirklich auszahlt. Bei kostensparenden hochwertigen Brennwertkesseln liegt der Brennwert 10 Prozent über dem Heizwert. Doch in der Praxis zeigt sich, dass Händler häufig mit einem Nutzungsgrad von 100 Prozent werben.

Das ist zwar richtig, gibt aber keinerlei Auskunft über den Brennwert und bezieht sich allein auf den Heizwert. Ein großer Vorteil aller Brennwertkessel ist der effiziente Betrieb auf kleiner Flamme. Mit einer integrierten Solarspeicherung gibt es an trüben Tagen Warmwasser, ohne dass die Aufbereitung über die Gastherme erfolgt. Fakt ist, dass eine Komplettlösung aus Heizkessel und Solarkollektoren die beste Entscheidung ist. Wird die Anlage modernisiert, können sich Familien für den neuesten Stand der Technik entscheiden und so perspektivisch bares Geld sparen.

Hinweis: Mit der Umrüstung auf eine neue Gasheizung sinken die Werte für Feinstaub und Ruß deutlich. Die Abgaswerte sind sehr gut und unterscheiden sich kaum von modernen Öl- und Pelletheizungen.

Findet eine Gasheizung überall einen Platz?

Auf kleinen Grundstücken oder in Häusern ohne Unterkellerung stehen Eigentümer vor der nicht zu unterschätzenden Platzfrage. Schließlich muss der Kessel für das Gas irgendwo montiert werden. Fakt ist, dass das Heizsystem selbst als Wandgerät nicht viel Platz benötigt. Noch platzsparender geht es, wenn die Aufbereitung des Warmwassers über die Durchlauferhitzung erfolgt.

Für die Platzierung des Gastanks bietet sich eine unterirdische Verbringung auf dem Grundstück an. Diese Methode ist nicht nur platzsparend, sondern auch optisch eine bessere Lösung als ein sichtbar oberflächlich gestellter Tank. Eine Problematik entsteht bei Häusern mit alten Mauerwerkschornsteinen. Diese sind für die Gasheizung ungeeignet, können aber mit einem innen montierten Edelstahlrohr bestehen bleiben.

Alternativ ist eine Umleitung der Rückstände durch ein Edelstahlrohr aus der Wand oder einer neuen Aussparung auf dem Dach möglich. Wichtig: Da sich bei Gasheizungen Kondenswasser bildet, ist ein kommunaler Abwasseranschluss notwendig. Eine Erneuerung der Abflussrohre ist hingegen unnötig, da die Wassermenge über das bereits im Objekt vorhandene Rohrsystem abgeleitet wird.

Lohnt sich der Heizungsaustausch auch ohne Wanddämmung?

Prinzipiell sollten die Wände entsprechend der Energiesparverordnung gedämmt werden. Doch die Gasheizung kann natürlich auch ohne eine vollständige Objektsanierung installiert werden. Allein durch die Erneuerung einer alten Gasheiztherme sind 10 Prozent Energieeinsparung realisierbar. Bei einer späteren Dämmung ist eine Neueinstellung der Kesselsteuerung nötig, die ein aufgrund ihrer Komplexität von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss.

Tipp: Auch eine Flächenheizung, so zum Beispiel die gerade in Bädern und Küchen beliebte Fußbodenheizung ist über die Gastherme steuerbar. Durch die im Heizsystem einstellbare Vorlauftemperatur erzeugen Brennwertkessel einen deutlich höheren Nutzungsgrad. Dass man mit einer Fußbodenheizung Kosten einspart, ist allein den physikalischen Gesetzen geschuldet. Wärme steigt nach oben, wodurch ein beheizbarer Fußboden effektiver als eine Heizung an der Außenwand ist. In Kombination mit der Gasheizung präsentiert sich das Sparpotenzial doppelt, da auch das Heizsystem selbst für eine deutliche Kostensenkung sorgt.

Welche Entscheidungskriterien spielen beim Gaskessel eine Rolle?

Die Systeme sind zum heutigen Zeitpunkt vollständig ausgereift und effizient. Modernste Gasheizungen funktionieren auf Basis der Brennwerttechnik und werden mit Solarspeichern kombiniert. Heizwärme und Warmwasser werden über ein System erzeugt, so dass keine zusätzliche Technik für die Warmwasseraufbereitung angeschafft werden muss. Beim Kauf eines Gaskessels und einer neuen Therme sollten Verbraucher nicht primär auf den Preis, sondern viel mehr auf den Brennwert und die Vorteile in puncto Effizienz schauen.

Die Kosten für das günstigste und ein hochpreisiges Heizsystem liegen nicht weit auseinander. Die Verbrauchswerte aber schon, woraus sich die Perspektive auf den sparsamsten Betrieb perspektivisch auszahlt.

Wissenswert: Die Listenpreise sind bei den meisten Anbietern verhandelbar. Einer Einsparung beim Kauf eines hochwertigen Gaskessels und dem dazu gehörigen System aus Solarspeicher und Regelung steht somit nichts entgegen.

Im Test standen verschiedene Faktoren, von denen der Brennwert und das Handling sowie die Umwelteigenschaften und die elektrische Sicherheit im Fokus standen. Vom mittleren Ladenpreis, der dem durchschnittlichen Listenpreis zugrunde gelegt wurde, brauchen sich Käufer nicht irritieren lassen. Dieser ist in den meisten Fällen verhandelbar und keine statische Größe.

Die Umrüstung lohnt sich, wenn die aktuelle Heiztechnik älter und wenig effizient ist. Durch die annähernd gleichen Umwelteigenschaften wie eine Öl- oder Gasheizung müssen Eigentümer nicht auf ein im Betrieb günstigeres Heizsystem verzichten. Die Umbauten am Schornstein sind marginal und ohne größeren Kostenaufwand möglich. An alten Mauerschornsteinen sollten neue Heizsysteme keinesfalls betrieben werden.

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Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.