Gasheizung: Alles was man wissen muss

Das Funktionsprinzip einer Gasheizung unterscheidet sich nicht merklich von Öl- und Pelletheizungen. Die Erwärmung der Raumluft über die Heizkörper und die Aufbereitung von Warmwasser basiert auf den grundlegenden Komponenten der Gasheizung und ihrem Zusammenspiel.

Wie funktioniert eine Gasheizung?

Für den Brennstoff Gas wird ein Kessel, welcher entweder im Keller oder auf dem Grundstück steht benötigt. In Regionen in denen Erdgas über eine zentrale Leitung verfügbar ist, entfällt der Bedarf eines Gastanks und das Heizmittel wird direkt über die unterirdisch verlegte Leitung in das Herzstück der Gasheizung geleitet.

gasleitung

Bei Einschaltung der Heizung und dem daraus resultierenden Signal zur Wärmeerzeugung öffnet sich der Gaskreislauf und das Gas strömt aus dem Tank in den Brenner.

Um eine Gasheizung mit maximaler Sicherheit zu betreiben, strömt das Gas etwa eine Sekunde nach der Piezozündung durch die Leitung und wird entzündet. Um eine zu starke Ausströmung des Gases und das Risiko einer Explosion zu vermeiden, basiert die Funktion einer Gasheizung auf einer zeitverzögerten Zündung.

Durch die Verbrennung und den im Heizkessel enthaltenen Wärmetauscher wird das Heizwasser erwärmt und durch die Heizungsrohre an die Heizkörper abgegeben. Eine moderne Regeltechnik bildet das Herz aller Gasheizungen und sorgt für die fehlerfreie Funktion, sowie für die Regulierung der Leistung.

Welche Arten der Gasheizung gibt es?

Neben den unterschiedlichen Heizgasarten unterscheidet man bei der Gasheizung zwischen verschiedenen Ausführungen:

  • Erdgasheizung
  • Flüssiggasheizung

Eine Erdgasheizung ist überall dort geeignet, wo regionsbedingt Erdgas anliegt und die Anschaffung eines eigenen Gastanks dementsprechend entfällt.

In vielen ländlichen Regionen wird die Flüssiggasheizung verwendet, da eine zentrale Zufuhr von Erdgas nicht oder nur bedingt gegeben ist. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, wobei die Erdgasheizung heute als moderne und kostensparendere Variante gilt.

Weitere Unterschiede ergeben sich aus dem Typ der Gasheizung. Folgende drei Typen werden aktuell genutzt und zeichnen sich durch unterschiedliche Merkmale und Besonderheiten aus.

  • Die Gasbrennwerttherme:
    Hierbei handelt es sich um die modernste und effizienteste Gasheizung. Die durch die Gaserwärmung erzeugten Abgase werden bei dieser Kesselart direkt für die Erwärmung des Wassers genutzt.
  • Der Niedertemperaturkessel:
    Bei dieser Technik ist der Betrieb mit Temperaturen unter 70°C möglich. Allerdings wird hier die Kondensationswärme nicht genutzt, wodurch die Effizienz im Einsatz unter der Gasbrennwerttherme liegt.
  • Der Konstanttemperaturkessel:
    Für den Betrieb des Konstanttemperaturkessels ist eine dauerhafte Temperatur zwischen 70°C und 90°C nötig. Die statische Technik ist veraltet und erweist sich als die ineffizienteste Gasheizung, die unbedingt gegen ein neues Heizsystem getauscht werden sollte.

Neben den einzelnen Varianten der Gasheizung unterteilt sich die Heiztechnik in die Ausführungen Gasetagenheizung und Gaszentralheizung.
Wenn es um eine Zentralheizung geht, handelt es sich um eine für das gesamte Haus zuständige Heizungsanlage. Diese kann entweder mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben und bestenfalls zur Lufterwärmung und Aufbereitung von Warmwasser eingesetzt werden.

Die Gasetagenheizung beheizt nur eine einzelne Etage oder Wohnung und findet daher hauptsächlich in Miethäusern mit mehreren Wohneinheiten, weniger im Eigenheim Verwendung.

Gasheizungen in Wohnmobilen, beim Camping und im Gartenhaus

camping gasflasche

In Wohnmobilen oder im Gartenhaus gehört die Gasheizung aufgrund ihres einfachen und praktischen Handlings zu den beliebtesten Heizsystemen. Der Vorteil basiert auf der Tatsache, dass Gas beim Camping auch zur Speisezubereitung genutzt wird und aus diesem Grund generell an Bord ist. Die Gaszufuhr für die Heizung und Erwärmung des Wassers erfolgt bei Campern über eine Gasflasche.

Für die Gasheizung in Wohnmobilen herrschen strenge Sicherheitsvorschriften, die unter anderem den Einsatz raumluftunabhängiger Heizungen mit Gasausströmung und Abluft außerhalb der geschlossenen Räume vorgeben.

Soll die Gasheizung im Wohnmobil auch während der Fahrt einschaltbar sein, muss die Anlage über eine moderne Gasdruckregelanlage inklusive Crashsensor und bruchsicheren Schläuchen verfügen. Die mobil einsetzbare Gasheizung ist als

  • Luftheizung
  • oder Wasserheizung erhältlich.

Sie kann im Raum frei stehen und mit oder ohne Gebläse gewählt werden. In Wohnmobilen häufiger verwendet werden Gasheizungen, die durch Luftschlitze eine individuell regulierbare Luftzufuhr in die einzelnen Raumabteile ermöglichen.

Die benötigte Heizleistung und damit der Gasverbrauch hängt von der Reisezeit und den Außentemperaturen ab. Auch im Gartenhaus ist eine Gasheizung über eine Gasflasche praktisch und günstiger als der direkte Anschluss der Gartenhausheizung an die zentrale Gasversorgung des Hauses.

Letztere empfiehlt sich nur, wenn für die Gaszufuhr keine langen Leitungen verlegt und größere Strecken auf dem Grundstück überbrückt werden müssen. Wer sein Wohnmobil mit Gas beheizt und ist Ausland reist, sollte die Notwendigkeit eines Adapters für den Anschluss der Gasflasche bedenken.

Hier empfehlen sich Euro-Füllsets, die eine Gasbetankung aus Deutschland mitgebrachter Flaschen oder den Anschluss einer im Ausland erworbenen Gasflasche am vorhandenen Heizsystem ermöglichen.

Die Anschaffungs- und Betriebskosten einer Gasheizung

Die Gasheizung gehört zu den in den Anschaffungskosten am günstigsten Heizungsarten. Dennoch kann kein Pauschalpreis genannt werden, da die Kosten von unterschiedlichen Faktoren abhängen.

Die Größe und Leistung der Gastherme, die Gaszufuhr mit Erdgas oder über einen Gastank auf dem Grundstück, sowie die zu beheizende und mit Warmwasser zu versorgende Gesamtfläche bestimmen den Kaufpreis einer Gasheizung.

Auch in puncto Betriebskosten ist die Gasheizung zwar günstiger als andere Heizsysteme, doch eine pauschale Angabe ist aufgrund der faktorenbasierten Verbrauchswerte nicht möglich.

Fakt ist, dass die Erneuerung einer Gasheizung im Einfamilienhaus aufgrund der geringer benötigten Leistung günstiger als die Sanierung der Heizungsanlage im Mehrfamilienhaus ist.

Die nun folgenden Werte sind Durchschnittswerte, die auf den Mittelwerten der Anschaffungs- und Betriebskosten bei Gasthermen beruhen.

Was kostet die Gasheizung für ein Einfamilienhaus?

Der Anschaffungspreis einer Gasheizung für Einfamilienhäuser beläuft sich beim reinen Kauf der Therme mit Wandbefestigung auf einen Preis von 2.000 bis 3.000 EUR aufwärts.

Für ein „bodenständiges“ Modell in Form einer Gasbrennwertheizung ist mit 3.000 bis 6.000 EUR zu rechnen.

Wird eine veraltete Gasheizung modernisiert und der vorhandene Anschluss weiter genutzt, entfallen größere Installations- und Anschlusskosten. Wenn eine Installation im EFH nötig wird, belaufen sich die Montage- und Inbetriebnahme-Kosten auf 1.000 bis 2.500 EUR und hängen letztendlich auch mit dem „Verhandlungsgeschick“ des Auftraggebers zusammen.

Auf einen hydraulischen Abgleich sollte bei der Neuinstallation einer Gasheizung nicht verzichtet werden, auch wenn dieser die Installation selbst um 1.000 bis 2.000 EUR verteuert.

Die eigentlichen Betriebskosten sind variable Kosten, die vom regulären Verbrauch und damit von der Sparsamkeit der Nutzer, aber auch natürlich von den Außentemperaturen und der Dämmung der Immobilie abhängen.

Für eine drei- bis vierköpfige Familie und ein Einfamilienhaus von maximal 140 Quadratmetern Wohn- und Heizfläche beziffert sich die Nutzung der modernen Gasbrennwerttechnik auf jährlich 1.500 bis 2.500 EUR.

Was kostet die Gasheizung für ein Mehrfamilienhaus?

Bei kleinen Mehrfamilienhäusern mit vier bis sechs Wohneinheiten schlägt die Neuinstallation einer Gasheizung mit Kosten von rund 30.000 EUR zu Buche.


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Müssen die vorhandenen Heizkörper nicht getauscht werden, kann die Installation der Heizungsanlage selbst günstiger werden und ab 20.000 EUR möglich sein.

Da sich die Kosten auch nach dem Preis für die Heizungsanlage richten und durch die Kombination mit alternativen Heizsystemen, so zum Beispiel mit der Solarthermie in der Anschaffung erhöht und im Betriebspreis gesenkt werden können, ist eine pauschale Angabe praktisch nicht möglich.

Die einfachste Berechnung der Anschaffungskosten einer Gasheizung für Mehrfamilienhäuser basiert auf der Zugrundelegung der gesamten beheizbaren Fläche.

Die Installationskosten liegen bei 2.800 bis 4.800 EUR, die Wartung pro Jahr kostet rund 200 EUR. Allerdings besteht großes Sparpotenzial, wenn Eigentümer und Vermieter die staatlichen Fördermöglichkeiten nutzen und die Sanierung der Gasheizung durch KfW oder BaFa Fördermittel preissenken.

Auch ein Vergleich verschiedener Handwerkerangebote lohnt sich.

Wichtige Kriterien beim Kauf einer Gasheizung

Der Kauf einer Gasheizung braucht eine umfassende Planung vorab. Um das richtige Heizsystem zu wählen, muss der am Haus anliegende Anschluss Beachtung finden.

Wenn ein Erdgasanschluss anliegt, fällt die Entscheidung für eine Gasheizung einfach. Ist er nicht vorhanden, wird ein Flüssiggastank und damit ein adäquater und verhältnismäßig großer Standplatz auf dem Grundstück benötigt. Da es für den Anschluss ans öffentliche Gasnetz keine Festpreise gibt, sollte man sich vorab bei der Gemeinde informieren und ein Kostenangebot einholen.

Auch im Bezug auf die Bauverordnung, wenn ein Gastank gestellt werden muss, sind vorherige Informationen zur Einhaltung der Sicherheitsabstände und die Erreichbarkeit durch den Tankwagen einzuholen.

schornsteinfeger

Eine Prüfung ob der vorhandene Kaminanschluss intakt und geeignet ist, nimmt der Schornsteinfeger vor. Wenn eine Koppelung der Gasheizung mit einer zusätzlichen Heiztechnik geplant ist, sollte diese bereits vor dem Kauf der Gasheizung eingeplant werden.

Weitere wichtige Kriterien sind die Leistung der Heizung, die je nach Wohngröße und dem Einsatz in Ein- oder Mehrfamilienhäusern variiert.
Um flexibel zu bleiben, empfehlen sich Gasheizungen mit einer Eignung für Flüssiggas und Erdgas.

Nachdem alle vorab wichtigen Fakten geklärt sind, steht die Entscheidung für einen Hersteller und ein Modell im Raum. Hier kann sich ein Blick auf die staatliche Förderung lohnen, da moderne Gasheizungen mit einem hydraulischen Abgleich durch den Erhalt von Fördermitteln zu einem günstigeren Preis erworben und installiert werden können.

Neue Gasheizung – Weiterverwendung der alten Heizkörper?

Ob die vorhandenen Heizkörper weiter genutzt oder erneuert werden sollten, hängt zum großen Teil von deren Alter ab.

Sehr alte Heizkörper mit wenig Fläche sollten ersetzt werden, da eine optimale Ausbeute der Wärmegewinnung in diesem Fall nicht gegeben ist. Auch bei einem Wechsel von Öl- auf Gasheizung kann ein Austausch alter Heizkörper notwendig werden.

Um hier richtig und preisbewusst, sowie langfristig effizient zu entscheiden, empfiehlt sich eine Prüfung der Ausgangslage durch einen Fachmann. Die meisten älteren Gasheizkörper erzeugen unangenehme Geräusche und machen sich im Betrieb durch einen rauschenden Grundton bemerkbar.

In diesem Fall empfiehlt sich ein Wechsel der Heizkörper ebenfalls, da moderne Heizungen geräuschlos arbeiten und für ein angenehmes Wohnklima sorgen. Auch aus optischer Perspektive kann sich der Wechsel der Gasheizung inklusive Heizkörper lohnen. Moderne Modelle sind schlanker und lassen sich platzsparender in den Räumlichkeiten verbauen. Der Austausch ist kein Muss, sollte aber bei der Modernisierung einer Gasheizungsanlage durchaus in Erwägung gezogen werden.

Unterschiede zu anderen Heizsystemen

Gasheizungen sind aufgrund ihrer optimalen Wärmeerzeugung und den verhältnismäßig geringen Betriebskosten beliebt. Vor allem Erdgasheizungen weisen deutliche Unterschiede zur Ölheizung oder der am kostenintensivsten eingestuften Fernwärme auf.

Für den Nutzer selbst zeigt sich in der Beheizung mit Gas kein Unterschied, doch die Systematik der Heizungsanlage basiert auf Besonderheiten. Um sicher mit Gas zu heizen, sind strenge Vorschriften einzuhalten und für eine ausreichende Belüftung im Heizungsraum zu sorgen. Die Lagerung brennbarer Stoffe im Raum des Gasbrennkessels ist zu vermeiden.

Kombination der Gasheizung mit anderen Heizsystemen

Eine Kombination mit einer Solaranlage gehört zu den beliebtesten Möglichkeiten. Mit einer modernen Gasheizung und seiner Koppelung mit solarer Energiegewinnung sinken die Betriebskosten deutlich und der Gasverbrauch sinkt nachhaltig.

Am effektivsten sind Kombinationen, die auf einer automatischen Umschaltung basieren und keinen manuellen Eingriff des Eigentümers benötigen. Die Umschaltung auf Gas erfolgt in diesem Fall in dem Moment, wo keine Solarenergie vorhanden ist und mit Gas geheizt wird.

Für die einwandfreie Funktionalität einer kombinierten Anlage muss die Installation durch einen erfahrenen Fachbetrieb erfolgen.

Vor- und Nachteile einer Gasheizung

Gasheizungen weisen einige explizite Vorteile auf. Die Technik ist ausgereift und arbeitet zuverlässig. Die Energieausbeute ist hoch und bei Einsatz modernster Brennwerttechnik liegt der Heizwert bei 100%.

Die Versorgung mit Wärme und Warmwasser erfolgt problemlos und die Verbrennung ist umweltfreundlich. Bei Brennwertheizungen ist kein externer Schornstein nötig, da die Abluft über Kunststoffleitungen nach draußen geleitet wird.

Die Heizkörper sind klein und flach, so dass der Einbau einer Gasheizung eine platzsparende Lösung ist. Liegt ein Erdgasanschluss am Haus an, braucht der Eigentümer keinen Gastank und somit keinen externen Standplatz.

Während die Ölheizung einen Keller für die Platzierung der Tanks erfordert, kann eine Gasheizung auch in Häusern ohne Unterkellerung genutzt werden.

Ein paar Nachteile lassen sich dennoch nicht von der Hand weisen. Entweder benötigt man einen Gasanschluss oder einen Gastank. Die Preisentwicklung ist volatil und die Abhängigkeit vom Ausland ist gegeben. Wie alle fossilen Brennstoffe weist auch Erdgas die endemischen Nachteile fossiler Heizmittel auf.

Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Das Kontingent an Fördermitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BaFa) für die Installation oder Sanierung einer Gasheizung sind vielseitig.

Neben Zuschüssen für die energetische Sanierung profitieren Eigentümer von günstigen Krediten oder einer Sonderförderung, wenn die Gasheizung mit Solarthermie gekoppelt wird.

Wichtig: Um eine Förderung zu erhalten, muss der Antrag vor dem eigentlichen Baubeginn eingereicht und von der zuständigen Förderstelle genehmigt worden sein.

Credits:
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