Heizöl günstig kaufen: Mit unseren Tipps garantiert!

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Die Heizölpreise schwanken und ergeben sich aus einem Konstrukt aus Weltmarktpreisen, Steuerzuschlägen und Handelsmargen. Im Folgenden entzerren wir dieses Konstrukt und geben außerdem nützliche Tipps, wie und vor allem wann Heizöl kostengünstig eingekauft werden kann. 

Die Zusammensetzung der Heizölpreise

Die Erlöse aus dem Heizölpreis, den Verbraucher und Eigenheimbesitzer zahlen müssen, wird in mehrere Hände verteilt. Der Staat, die Mineralöleinkäufer und die Heizölhändler verdienen mit und erhalten jeder einen Teil der Einnahmen aus jährlich 4,9 Milliarden Tonnen Heizöl weltweit. In Deutschland setzt sich der Preis für Heizöl aus den Komponenten Einkaufspreis, Steuern und Deckungsbeitrag der Händler zusammen. Die folgende Liste zeigt die genaue Aufteilung mit prozentuellen Angaben, wobei darauf zu achten ist, dass es sich um gerundete Werte handelt.

  • Rohstoff 67 %
  • Mehrwertsteuer 16 %
  • Mineralölsteuer 9 %
  • Deckungsbeitrag 8 %

Der Rohstoff, ein aus Rohöl raffiniertes Gasöl, macht zwei Drittel der Kosten aus und ist daher der wichtigste Bestandteil am Gesamtpreis. Es lohnt sich deshalb, für einen günstigen Einkauf den Rohstoffmarkt zu beobachten. Hier rühren die meisten Schwankungen her und machen den Einkaufspreis variabel. Die gesetzliche Mehrwertsteuer von 19 % ist ebenfalls auf den Kauf von Heizöl zu zahlen. Gemessen am gesamten Bruttopreis macht dies 16 % aus.

Es folgt eine weitere Steuer, die mit 9 % am Gesamtpreis zu Buche steht. Die Energiesteuer wird auf den Verbrauch von verschiedenen Kraftstoffen erhoben. Der Satz für einen Liter schwefelarmes Heizöl beträgt 6,14 Cent. Diese Steuer wird somit als fester Centbetrag erhoben. Zum Vergleich kostet ein Liter Benzin 65,45 Cent an Energiesteuer. Ein vierter Bestandteil der Kosten steht mit 8 % den Mineralölhändlern zu. Diese Kosten werden somit für Transport, Lagerung, Vertrieb und Logistik erhoben.

Der Weltmarkt für Heizöl

Da der Preis für Heizöl zu zwei Dritteln vom Rohstoffpreis abhängt, lohnt ein Blick auf den Weltmarkt für Rohöl. Als wichtige Handelswerte seien hier das US-Rohöl WTI und das Nordseeöl Brent genannt. Nach den Kosten dieser Sorten richten sich alle Produkte auf Rohölbasis weltweit. Außerdem spielt in Deutschland der Euro/Dollar-Kurs eine gewichtige Rolle, da die Rohstoffe in Dollar gekauft werden müssen und sich bei einem starken Euro verbilligen.

Weltweit entscheiden wie so oft Angebot und Nachfrage über die Rohstoffpreise. Die ölproduzierenden Länder, die zu einem großen Teil unter dem Dach der OPEC vereint sind, entscheiden über die Verknappung oder Ausweitung vom Angebot. Die weltweite Konjunktur oder Kriege beeinflussen wiederum die Nachfrage, woraus sich letztendlich der Marktpreis ergibt. Zudem spielen weitere Einflussfaktoren in den Rohstoffpreis ein. Hierzu zählen kriegerische Konflikte in den produzierenden Staaten, neue Erschließungsmethoden wie das Fracking oder Zölle und Sanktionen. Der Rohstoffpreis kann stark schwanken und beeinflusst den Preis auf Heizöle hierdurch deutlich.

Heizölpreise in der Historie

Der Heizölpreis liegt (Stand Anfang Juni 2019) bei einem Wert von 64,37 Euro pro 100 Liter, nachdem er innerhalb von zwei Wochen, von 72,72 Euro kommend, über 11 % an Wert verloren hat. In den letzten zwanzig Jahren bewegte sich die Preisspanne zwischen 30 und 95 Euro, wobei kein Trend in eine Richtung existiert. Der genannte Tiefststand wurde im Jahr 2003 erreicht, der Höchststand während der Weltfinanzkrise im Jahr 2008. Vor wenigen Jahren in 2016 waren erneut die Tiefststände bei 35 Euro erreicht, bis der Preis zwei Jahre später wieder bei 86 Euro stand.

Sinkende Preise
Quelle: peshkov / bigstock.com

Diese starken Schwankungen machen deutlich, dass Verbraucher sich auf abweichende Preise einstellen müssen. Aktuell liegt der Preis auf einem durchschnittlichen Niveau. Eine Prognose über den Preisverlauf für die nächsten zehn Jahre ist kaum zu machen, da selbst die Expertenmeinungen stark variieren.

Eine immer effizientere Produktion und Rohstoffgewinnung gepaart mit mehr Ökoenergie spricht für fallende Preise. Eine stärkere Globalisierung und aufstrebende Staaten wie Indonesien, Indien und China sprechen für steigende Preise durch mehr Nachfrage. Verbrauchern bleibt also nur die Möglichkeit, den Markt intensiv zu beobachten und im richtigen Moment zu kaufen.

Beim Heizölkauf günstig nachtanken

Geht der Blick ein wenig weg vom langfristigen Weltmarktpreis für Heizöl, lohnt es sich für den Endverbraucher, die Schwankungen innerhalb eines Jahres zu beobachten. Viele Heizölkäufer tätigen den Einkauf einmal im Jahr. Hierbei stellt sich die Frage, wann der perfekte Zeitpunkt für den Kauf ist, damit ein wenig Kosten gespart werden können.


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Die allgemeine Annahme ist die, dass im Sommer, bei geringer Nachfrage, die Kosten niedrig sein müssten, während im Winter viel bezahlt werden muss, wenn alle Verbraucher ihre Tanks füllen. Ein Blick auf die Jahrescharts überrascht und zeigt das Gegenteil.

Tipp: Im Winter war der Heizölpreis meist günstiger und sackte zum Jahresende sogar regelmäßig ein wenig ab.

Verbraucher, die den richtigen Zeitpunkt treffen, können auf Jahressicht 30 bis 50 % Heizölkosten sparen. Es ist außerdem empfehlenswert, zwei Mal im Jahr Heizöl nachzutanken. Hierdurch erhöht sich die Chance auf ein Schnäppchen und übersteigt die Ersparnis für einen Mengenrabatt.

Es stellt sich beim Kauf immer wieder die Frage, ob der Preis vom Kauftag oder vom Liefertag am Ende auf der Rechnung stehen wird. Diese Frage ist leicht zu beantworten. Da der Vertrag zwischen Verbraucher und Lieferant am Kauftag geschlossen wurde, zählt der zu diesem Tag gültige und vereinbarte Heizölpreis.

Die Wahl des richtigen Heizöls

Auf dem Markt existieren die unterschiedlichsten Heizöle mit ihren Vor- und Nachteilen. An dieser Stelle soll die Frage beantwortet werden, ob sich ein Premiumheizöl, also das Super, gegenüber dem Standard lohnt. Das Heizöl Super besitzt im Gegensatz zum Standardprodukt angereicherte Additive. Diese fördern die Leistung des Öls.

Heutzutage lagert das Öl durch einen gesenkten Verbrauch länger in Tanks und muss daher spezieller behandelt werden. Die Additive im Super sorgen dafür, dass die Ölalterung verlangsamt wird und keine Bodenbildung stattfindet. Außerdem ist die Fließeigenschaft des Heizöls besser und es gibt Fortschritte bei den Verbrennungswerten. Um den schweren Heizölgeruch zu überdecken, ist das Heizöl Super mit Duftstoffen angereichert.

Fazit: All diese Additive machen das Öl deutlich besser, während der Aufpreis hierfür sehr gering ist. Die Vorteile überwiegen den etwas höheren Preis deutlich, wodurch eine Anschaffung des Premiumproduktes zu empfehlen ist.

Die jährlichen Kosten

Letztendlich bleibt die Frage offen, wie viel Geld jährlich für das Heizen mit Öl eingeplant werden muss. Faktoren wie Dämmung, Heizungstyp, Öltyp und natürlich Ölpreis spielen in diese Rechnung ein. Dennoch kann ein annähernder Wert abschließend ermittelt werden. Im Durchschnitt wird von einem Verbrauch von 17 Litern pro Quadratmeter pro Jahr inklusive Warmwasser ausgegangen. Die folgende Tabelle gibt die jährlichen Kosten für unterschiedliche Wohnflächen aus, wenn mit einem Heizölpreis von 65 Euro pro 100 Liter gerechnet wird:

  • 40 Quadratmeter – 442 Euro
  • 60 Quadratmeter – 663 Euro
  • 80 Quadratmeter – 884 Euro
  • 100 Quadratmeter – 1.105 Euro
  • 120 Quadratmeter – 1.326 Euro
  • 140 Quadratmeter – 1.547 Euro

Die Kosten für den Verschleiß und die Wartung der Heizung stehen selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt und dürfen bei Berechnungen der Kosten nie vernachlässigt werden.

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.