Heizung verliert Druck – Schnelle Abhilfe

Jede Heizungsanlage benötigt einen bestimmten Druck. Nimmt dieser ab, beeinflusst der Druckverlust die Zirkulation und die Umwälzung des Wassers im Heizkreis. Je geringer der Druck wird, umso kälter bleiben die Räume in den Oberetagen. Bei Heizungsanlagen mit zusätzlicher Funktion der Warmwasseraufbereitung kann die Druckminderung zu kaltem Wasser in den höheren Geschossen führen.

Druckverlust bei der Heizung erkennen

Die Problematik des Druckverlustes wird meist dann deutlich, wenn die von der Heizungsanlage weiter entfernten Heizkörper nicht mehr ausreichend warm werden. Jede Heizungsanlage verfügt über einen Druckmesser, das Manometer. Auf diesem werden der minimale, der optimale und der maximale Wert angezeigt.

Bei Druckverlust sinkt der Zeiger bis unter das Minimum und lässt in der Sichtkontrolle erkennen, dass ein Problem vorliegt. Wenn die Heizungen oder das Warmwasser nicht mehr die gewohnte Temperatur erreichen, sollte ein Blick auf das Manometer Aufschluss bringen und zeigen, ob ein Druckverlust vorliegt.

Fernab der Temperaturprüfung am Heizkörper und dem Blick auf den Druckanzeiger ist es Laien kaum möglich, ein Problem mit dem Druck zu erkennen und richtig zu handeln.

Anlagendruck prüfen: Wie geht das?

Der Anlagendruck wird per Sichtkontrolle am Manometer geprüft. Dieses verfügt über zwei Zeiger, die bei optimalem Wasserdruck präzise übereinander liegen. Auskunft über den aktuellen Druck gibt im Regelfall der schwarze Zeiger, während der rote Zeiger den maximalen Druck anzeigt.

Liegt der schwarze Zeiger deutlich unter dem roten Zeiger, herrscht definitiv ein Druckmangel vor.

Die meisten Störungen des Anlagendrucks basieren auf zu wenig Wasser und sind mit wenigen Handgriffen ohne die Inanspruchnahme einer professionellen Dienstleistung zu beheben. Bei modernen Anlagen ist ein fester Anschluss am Wasserkreislauf vorhanden. Hier wird der zur Heizungsanlage führende Wasserhahn geöffnet und Wasser zugeführt, bis die beiden Zeiger des Manometers wieder übereinander stehen.

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Die häufigsten Ursachen für Druckverlust

Der Grund für die kalten Heizkörper wurde ermittelt. Nun steht der Verbraucher vor der Frage, welche Ursache für den Druckverlust verantwortlich ist. Die technischen Faktoren für die Druckminderung sind für Laien nur schwer bis gar nicht verständlich. Zu den häufigen Ursachen zählen:


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  • ein fehlerhaft eingestelltes oder defektes Ausdehnungsgefäß
  • nicht optimal arbeitende Sicherheitsventile
  • nicht vollständig geschlossene Sicherheitsentlüfter
  • undichte Stellen (Leckagen) im Heizkreislauf.

Ist das Ausdehnungsgefäß falsch eingestellt, kann die Anlage den Heizungsdruck nicht präzise regulieren. Sollte das Membran-Ausdehnungsgefäß – abgekürzt MAG – nicht richtig arbeiten, kann nur ein Heizungsfachmann helfen. Auch fehlerhaft arbeitende Sicherheitsventile sind ein häufiges Problem für Druckverluste in der Heizung. Dieses Ventil befindet sich in der Nähe des Wärmeerzeugers und dient dazu, Überdruck zu verhindern und als letzte Sicherung einer Anlage zu funktionieren.

Probleme mit dem Sicherheitsventil sind in einer Sichtkontrolle erkennbar. Tropft das Ventil, ist der Anlagendruck im Regelfall zu hoch und überschüssiges Wasser wird abgelassen. Bei defektem Sicherheitsventil kann das Ablassen des Wassers in zu großer Menge erfolgen, was letztendlich den Druckverlust bei der Heizung erzeugt.

Quelle: Bilanola / bigstock.com

Ein weiterer Grund für die Druckminderung ist direkt an den Heizkörpern zu suchen. Wurde das Entlüftungsventil nicht vollständig geschlossen, entweicht die Luft und damit auch der Druck über die Heizungen, die anschließend nicht mehr richtig warm werden. Bei mechanisch bedienbaren Ventilen liegt meist ein menschlicher Fehler vor, bei automatischen Entlüfter kann ein Defekt des Schwimmers zugrunde liegen.

Wie lässt sich Druckverlust verhindern?

Ein gewisses Maß an Wasserverlust ist selbst im modernsten Heizsystem normal. Doch sollte es nicht zu Druckverlust kommen. Durch regelmäßige, bestenfalls einmal pro Monat vorgenommene Sichtkontrollen wird eine Druckminderung frühzeitig erkannt. Hier reicht ein Blick auf die Zeiger des Manometers aus.

Wenn der Wasserdruck trotz vorgenommener Nachfüllung zeitnah wieder um 0,5 Bar unter den Optimal-Wert sinkt, könnte ein ernsteres Problem vorliegen und ein Fachmann gefragt sein. Ein wichtiger Punkt in der Verhinderung des Druckverlusts ist die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage. Wenn der Heizungsfachmann einmal pro Jahr zur Wartung kommt, tauscht er verschlissene Bauteile und ihren Zweck nicht mehr erfüllende Dichtungen aus.

Merke: Die beste Prävention gegen einen Defekt, der mit der Minderung des Drucks beginnen kann, ist die fachkundige Wartung aller Komponenten der Heizungsanlage.

Wann ist ein Heizungsfachmann nötig?

Bei längerfristiger oder gar dauerhafter Druckminderung im Heizsystem sollte der Fachmann kontaktiert werden. Auch wenn die Heizungen „noch warm werden“, kann sich ein größeres Problem ankündigen. Bei tropfenden Ventilen, nassen Stellen unterhalb der wasserführenden Rohre oder an den Zimmerdecken könnte eine Havarie kurz bevorstehen.

Hier muss der Heizungsfachmann umgehend erscheinen und sich auf Ursachenforschung begeben. Undichte Stellen im Heizkreislauf sind aber nicht immer per Sichtung erkennbar. Ein Fachmann nutzt zur Ortung möglicher Leckagen eine Wärmebildkamera, wodurch auch kleinste undichte Stellen ohne sichtbare Wasserschäden erkannt und frühzeitig behoben werden.

Hinweis: Bei einem Druck von mehr als 0,5 Bar unter dem Optimum sollte der Fachmann nach der Ursache suchen. Wurde bereits Wasser nachgefüllt und der Druck ist wieder gefallen, kündigt sich nicht selten ein größerer Schaden an. Einmal pro Jahr sollte der Heizungsfachmann mit einer Wartung betraut werden und prüfen, ob alle Verschlüsse dicht oder ob Membranen vielleicht porös sind. Die Wartung spart kostenintensive Instandsetzungen.

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.