Holzvergaser: Verbrennung ohne Emissionen?

Brennende Holzscheite

Bereits im vergangenen Jahrhundert wurden die Vergaser eingesetzt, um Holzgas herzustellen. Aktuell gilt der Holzvergaserkessel als eine Möglichkeit, Holz nahezu emissionsfrei zu verbrennen. Diese Technik wird im Rahmen der erneuerbaren Energien unter anderem für die Bereitung von Warmwasser eingesetzt.

Funktionsweise des Holzvergasers

In seiner Bauart ist der Holzvergaser ein Heizkessel, der jedoch nicht auf die klassische Verbrennung setzt. Vielmehr sind in dem Heizkessel zwei Kammern enthalten. Dabei handelt es sich um eine Oberkammer und eine Unterkammer. In der einen Kammer wird das Holzgas hergestellt. Dann wird es in die zweite Kammer geleitet und sofort verbrannt.

Klassische Holzscheite werden der Verbrennung zugeführt

Für den Einsatz des Holzvergasers werden klassische Holzscheite eingesetzt. Diese werden stückweise der Verbrennung zugeführt. Eine solche Anlage wird in der Regel manuell betrieben. Die Zufuhr des Holzes in die erste Kammer des Verbrennungsraumes erfolgt in Chargen. Es gilt zu verhindern, dass eine zu große Holzmenge gleichzeitig im Verbrennungsraum verarbeitet werden muss. Die Verbrennung der Holzscheite muss gezielt gesteuert werden. Nur dann ist ein optimaler Wärmegewinn aus dem Holzvergaser möglich

Kontrollierte Luftzufuhr

Um eine kontinuierliche Vergasung des Holzes zu erreichen, ist eine kontrollierte Luftzufuhr notwendig. Diese kann im Holzvergaserkessel gesteuert werden. Das Holzgas besteht aus flüchten Bestandteilen. Dazu gehören unter anderem Terpene. Diese Bestandteile verdampfen. Der auf diese Weise entstehende Dampf wird als Holzgas bezeichnet.

Holzvergaser: Vor- und Nachteile

Die Nutzung des Holzvergaserbrennkessels erbringt einige Vorteile. Es gibt gegenüber anderen Brennstoffen auch Nachteile. Es ist wichtig, dass die Vor- und Nachteile gründlich gegeneinander abgewogen werden. Dies gilt vor allem dann, wenn die perfekte Heizungsart für ein Gebäude gefunden werden soll.

Vorteile

Der große Vorteil liegt darin, dass reines Holz als Brennstoff verwendet werden kann. Das Holz kann preiswert beschafft werden. Es handelt sich um einen Rohstoff, der in ausreichender Menge vorhanden ist. Eine Belastung der Umwelt erfolgt nicht. Das Holz wird auf verschiedene Weise gewonnen. So stammt es aus Resten, in in der Holzindustrie Verwendung finden.

Darüber hinaus wird eine Vielzahl an Wäldern forstwirtschaftlich genutzt. Dies bedeutet, dass Bäume gezielt abgeholzt und neu gepflanzt werden. Auf diese Weise bleiben Wälder nutzbar. Die abgeholzten Bäume dienen unter anderem auch der Gewinnung von Holz für die Nutzung als Brennstoff in einem Holzvergaser.

Nachteile

Der große Nachteil des Holzvergasers liegt darin, dass die einzelnen Holzscheite manuell nachgelegt werden müssen. Zwar erfolgt die Verbrennung sehr effektiv und sehr sparsam. Dennoch ist der manuelle Betrieb mit einem gewissen Aufwand verbunden. Dies gilt vor allem deshalb, weil das Holz in Chargen nachgelegt wird. Es muss immer eine gewisse Menge an Holz vorhanden sein, wenn der Brennvorgang optimal ablaufen soll. Dies sollte zwingend beachtet werden, wenn ein Holzvergaserkessel installiert werden soll.

Wichtig zu wissen:

Oftmals wird nach dem Unterschied zwischen einem Holzvergaserkessel und eine Pelletheizung gefragt. Der Holzvergaserkessel arbeitet mit klassischen Holzscheiten, während die Pelletheizung mit dem gepressten Holz einen speziellen Brennstoff benötigt. Dieser muss bestellt und angeliefert werden. Der Vorteil der Holzpelletheizung liegt darin, dass die Zufuhr der Pellets elektronisch gesteuert werden kann. So ist der Betrieb einfacher und komfortabler.

Holzvergaser und der Pufferspeicher

Im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Holzvergasers findet der Pufferspeicher häufig Erwähnung. Häufig wird die Frage gestellt, ob ein Pufferspeicher notwenig ist oder nicht.
Im Pufferspeicher wird das Holzgas quasi zwischengelagert. Mit dieser Methode ist die Reduzierung von Emissionen möglich. Da es im Rahmen des Klimaschutzes sehr wichtig ist, Emissionen zu reduzieren, ist ein Pufferspeicher bei einem Holzvergaser ab einer gewissen Leistung notwendig.


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Bundesimmissionsschutzverordnung regelt die Vorgaben

Die Vorgaben in Bezug auf den Pufferspeicher können der Bundesimmissionsschutzverordnung entnommen werden. In dieser Verordnung ist festgehalten, dass Holzvergaser ab einer Leistung von 4 kW mit einem Pufferspeicher ausgestattet sein müssen. Andernfalls ist der Betrieb nicht möglich. Bei einer fachmännischen Installation des Holzvergasers wird dieser Punkt automatisch berücksichtigt.

Abfall und Reinigungsprozess für den Holzvergaser

Bei der Verbrennung von Holz entsteht Asche als Abfallprodukt. Dies ist auch beim Holzvergaser der Fall. Es ist notwendig, bei einem dauerhaften Betrieb die Asche etwa einmal in der Woche zu entfernen. Der Aufwand für diese Arbeit wird mit bis zu 20 Minuten beschrieben.

Auch der Wärmetauscher sollte einer Reinigung zugeführt werden. Es gibt allerdings Systeme, die eine automatische Reinigung vornehmen. Hier ist in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung notwendig. Wenn die Reinigungssysteme Rückstände hinterlassen haben, sollten diese manuell entfernt werden.

Wartung durch einen Fachmann

Eine Holzvergaserheizung sollte idealerweise einmal im Jahr von einem Fachmann gewartet werden. Hier werden die einzelnen Komponenten geprüft und gegebenenfalls ersetzt. Die optimale Funktionsweise des Holzvergasers ist nur dann gegeben, wenn alle Komponenten sauber sind und optimal zusammen arbeiten. Vorgeschrieben ist die regelmäßige Wartung durch den Fachmann nicht.

Wartung des Holzvergasers zusammengefasst:

  • einmal wöchentlich Ascherest entfernen
  • einmal wöchentlich Wärmetauscher reinigen
  • einmal jährlich Fachmann mit der Wartung beauftragen

Werden diese Empfehlungen berücksichtigt, steht dem reibungslosen Betrieb des Holzvergasers nichts entgegen.

Kosten und Förderungen

Die Kosten für den Holzvergaser sind von der Nennleistung abhängig. Diese wird in Kilowatt ausgedrückt. Die durchschnittliche Nennleistung für einen Haushalt wird mit einem Wert von 13 kW angegeben.

Die Kosten für den Kauf dieser Heizung liegen zwischen 3.000 und 6.000 EUR. Es ist zu beachten, dass in diesen Kosten nur der Kauf der Heizung berücksichtigt wird. Die Installationskosten sind von den baulichen Gegebenheiten abhängig und müssen hinzugerechnet werden.

Fördermöglichkeiten

Da der Holzvergaser zu den erneuerbaren Energien gehört, ist eine staatliche Förderung möglich. Diese wird entsprechend der aktuellen Programme als Zuschuss oder als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Es können Fördermittel von bis zu 6.000 EUR in Anspruch genommen werden.

Förderungen für energieeffiziente Häuser gewährt auch die KfW-Bank. Hier müssen in der Regel jedoch mehrere Voraussetzungen vorhanden sein, um die Förderung zu bekommen. Die Heizung muss beispielsweise mit einer energieeffizienten Dämmung und einer Solaranlage kombiniert werden.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Vor dem Kauf eines Holzvergasers ist es wichtig, die Vor- und Nachteile gut gegeneinander abzuwägen. Vor allem die manuelle Bedienung sollte bei dieser Heizungsart berücksichtigt werden. Der Vorteil der einfachen und preiswerten Beschaffung des Holzes ist hingegen ein positiv zu berücksichtigender Aspekt.

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Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.