Kachelofen: Wohlige Wärme

Kachelöfen versorgen die Wohnhäuser bereits seit Generationen mit behaglicher Wärme. Darüber hinaus sorgen sie für ein edles Ambiente, denn viele von ihnen präsentieren sich beinahe schon als Kunstwerke. Dieser Artikel behandelt das faszinierende Thema „Kachelofen“ ausführlich und beinhaltet viele Tipps.

Kaminfeuer in Wohnraum

Kachelofen, Kaminofen, Kamin – die Unterschiede

Der Kachelofen

Bereits seit Jahrhunderten gilt der Kachelofen als beliebte Wärmequelle. Lange Zeit wurden sie hauptsächlich mit Kacheln verkleidet, daher der Name. Kacheln sind äußerst pflegeleicht und können die vom Ofen abgegebene Wärme gut speichern. Seinerzeit galt der Kachelofen als Statussymbol. Die Auswahl der Kacheln war ein Zeichen des persönlichen Stils, sie unterlag aber auch der jeweiligen Mode.

Kachelöfen finden sich auch unter den Bezeichnungen Grundofen, Strahlungsofen oder Speicherofen. Das Feuer wird auf dem Grund des Ofens entzündet und nicht auf einem Rost. Die beim Verbrennen der Holzscheite entstehenden Gase strömen durch die Speichermasse im Inneren des Ofens. Die enthaltene Wärmeenergie wird über mehrere Stunden lang an den Wohnraum abgegeben. Die Energieausbeute ist maximal, die Emissionen sind sehr gering. Insgesamt ist ein Kachelofen eine sehr effiziente Wärmequelle.

Der Kamin

Besteht der Wunsch nach Atmosphäre durch sichtbare Flammen, entscheiden sich Interessenten in der Regel für einen Kamin. Unterschieden werden zwei Bauarten: geschlossene und offene Kamine. Offene Kamine sind zum Heizen weniger geeignet, denn durch den freien Querschnitt der Kaminöffnung gelangt viel Luft über den Schornstein ins Freie. Der Kamin fungiert daher eher als Raumentlüftungsanlage.

Geschlossene Kamine sind mit einer transparenten Wandung aus Glaskeramik ausgestattet. Glaskeramik existiert erst seit etwa 25 Jahren; vorher war der Bau geschlossener Kamine nicht möglich. Geschlossene Kamine funktionieren ähnlich wie Öfen. Aufgrund der verhältnismäßig kleinen Nachheizfläche ist der Wirkungsgrad jedoch nur zufriedenstellend.

KaminofenDer Kaminofen

Kaminöfen sind auch unter der Bezeichnung Schwedenofen und Zimmerofen bekannt. Beim Kauf bzw. bei der Anlieferung sind sie bereits fertig montiert und müssen nur noch an den Schornstein angeschlossen werden. Die Materialauswahl beim Kaminofen ist recht groß. Klassiker bestehen aus Stahl oder Gusseisen, Keramik- oder Steinverkleidungen. Kaminöfen sind platzsparend und verbreiten schnell die Wärme im Raum. Genutzt werden sie bevorzugt in den Übergangszeiten Frühjahr und Herbst oder zur Sicherheit, falls die zentrale Heizung ausfällt.

Der Kachelofen und seine Vor- und Nachteile

Die Vorteile

  • Kachelöfen verbreiten Strahlungswärme im Raum und sorgen damit für eine angenehme Atmosphäre, die sich nachweislich positiv auf das Wohlbefinden von Mensch und Tier auswirkt.
  • Warmluft-Kachelöfen sind besonders interessant für Allergiker. Sie saugen die Raumluft aus dem Bodenbereich an inklusive der hier befindlichen Staubpartikel. Der Staub zerfällt im Inneren des Ofens.
  • Die Wärme wird sehr lange gespeichert. Bei nur einem Verbrennungsvorgang kann die Wärmeabgabe ohne erneutes Nachlegen von Brennstoff bis zu 24 Stunden dauern.
  • Als Brennstoff wird in der Regel Holz verwendet, beispielsweise in Form von Holzscheiten, Pellets oder Holzbriketts. Beim Verbrennen wird nur so viel CO² freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Holz zählt damit zu den alternativen und vor allem umweltfreundlichen Brennstoffen.
  • Holz als Brennstoff schont im Vergleich zu fossilen Brennstoffen den Geldbeutel. In der Anschaffung liegt der Kachelofen in oberen Preissegmenten; dafür punktet er im Laufe der Zeit eindeutig dank seiner geringen Betriebskosten.

Die Nachteile

  • Der Standort des Kachelofens ist endgültig und kann später nur mit sehr hohem Aufwand verändert werden. Er sollte daher wohlüberlegt sein.
  • Der Platzbedarf kann eventuell ebenfalls als Nachteil gewertet werden. Allerdings ist zu bedenken, dass moderne Kachelöfen längst nicht mehr so viel Platz benötigen wie die alten und häufig sehr prunkvollen Modelle. Dennoch muss bei der Planung nicht nur der Standort des Kachelofens berücksichtigt werden, sondern auch der Platzbedarf für die Brennstofflagerung.
  • Die Kosten für die Anschaffung und gegebenenfalls für den Umbau sind recht hoch. Allerdings relativieren diese sich im Laufe der Zeit dank der hohen Wärmeenergie und der niedrigen Betriebskosten.
  • Für den Bau eines Kachelofens bietet der Staat keine Fördermittel an. Im Vergleich dazu werden Pelletöfen mit bis zu 3.000 Euro gefördert.

Das richtige Holz in richtiger Menge

Vor allem beim Einsatz als Brennmaterial zeigt sich, dass Holz nicht gleich Holz ist. Hölzer unterscheiden sich gleich in mehrfacher Hinsicht und bringen Vor- und Nachteile mit sich. So lässt sich Holz grundsätzlich in Laub- und Nadelholz einteilen. Beide Kategorien unterscheiden sich wiederum in ihrer so genannten Rohdichte. Je höher die Dichte, desto länger die Brenndauer.

Hartholz

Zu den bekanntesten Hartholz-Varianten zählen Eiche, Buche, Birke und Esche. Sie bieten einen guten Heizwert und liefern eine lang anhaltende Brenndauer. Allerdings sind sie schwer anzuzünden. Harthölzer – außer Eiche – bieten sich eher für offene Kamine an, da sie nur geringe Mengen an Harz enthalten und keinen Funkenflug verursachen.


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Weichholz

Beliebt als Brennholz sind Kiefer und Fichte. Die beiden Nadelhölzer haben einen niedrigeren Heizwert und verbrennen schneller, dafür lassen sie sich leicht anzünden. Der hohe Harzanteil sorgt für einen reichen Funkenflug; daher sollten diese Sorten ausschließlich in geschlossenen Kaminen und Öfen verwendet werden.

Weitere Überlegungen

Da es sich beim Kachelofen um ein geschlossenes System handelt, können alle Holzarten verwendet werden. Bei der Auswahl sollten dennoch mehrere Punkte berücksichtigt werden:

  • Wie lange soll der Kachelofen heizen, sprich: Wie hoch sollte die Holzdichte sein, damit möglichst wenig Brennstoff gebraucht wird?
  • Welche Holzsorte ist regional verfügbar und daher einfach zu erhalten? Da dieser Brennstoff CO²-neutral verbrennt, sollte der ökologische Fußabdruck nicht künstlich vergrößert werden, indem das Holz aus fernen Gebieten herangeschafft wird.
  • Wie feucht ist das Brennholz und wie lange muss es gelagert werden? Die Feuchtigkeit sollte weniger als 20 Prozent betragen, denn dann weist das Holz einen höheren Brennwert auf und es entstehen weniger Emissionen.

Der Kachelofen ganz smart

Auch vor den Kachelöfen macht die smarte Steuerung nicht halt. Die elektronische Abbrandsteuerung ermöglicht bei modernen Kachelöfen einen maximalen Heizkomfort, verbunden mit umweltfreundlicher Verbrennung, einem höheren Wirkungsgrad und einem reduzierten Brennstoffverbrauch.

Die elektronische Steuerung misst die Temperatur im Brennraum und regelt bei Bedarf die Luftzufuhr. So werden Abbrand und Wärmeerhalt automatisch optimiert. Wurde das Holz aufgelegt und angezündet, bleibt der Kachelofen lange warm. Das Display des Steuermoduls informiert darüber, wie der Abbrand verläuft, welche Temperaturen im Feuerraum herrschen und wann idealerweise neuer Brennstoff nachgelegt werden sollte.

Auf die Frage: „Ist ein Kachelofen aus der Ferne steuerbar?“ lautet die Antwort allerdings ganz klar „Nein!“ Das Holz muss händisch aufgelegt, angezündet und bei Bedarf nachgelegt werden. Wie groß die Reichweite des Steuermoduls ist, also wie weit sich der Nutzer damit vom Kachelofen entfernen kann, ohne dass die Verbindung abreißt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Gesetzliche Verpflichtungen beim Kachelofen

Der Gesetzgeber fordert hinsichtlich der Emissionen eines Kachelofens scharfe Grenzwerte. Festgelegt sind diese Werte in der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV). Im Einzelnen geht es um die Belastung durch Feinstaub sowie um den Kohlenstoffmonoxid-Ausstoß. Neue Heizeinsätze für Kachelöfen müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Wirkungsgrad: 80 Prozent
  • Feinstaub: 0,04 Gramm je Kubikmeter Abgas
  • Kohlenmonoxid: 1,25 Gramm je Kubikmeter Abgas

Ältere Kachelöfen unterliegen weniger hohen Werten:

  • Feinstaub: 0,15 Gramm je Kubikmeter Abgas
  • Kohlenmonoxid: 4 Gramm je Kubikmeter Abgas

Kann ein Kachelofen diese Grenzwerte nicht einhalten, muss der Heizeinsatz ausgetauscht oder ein spezieller Nachrüstfilter eingebaut werden. Bei Kachelofen-Einsätzen reicht nach 1. BImSchV ein besonderer Filter. Dieser reinigt die Abgase und schont die Umwelt. Im Zweifel kann jeder zuständige Schornsteinfeger verbindliche Auskünfte geben.

Ein neuer Kachelofen: Diese Punkte sind zu berücksichtigen

Kachelöfen sind edel anzusehen und überzeugen mit ihrer wohligen Strahlungswärme bei gleichzeitig sehr effektiver Verbrennung. Sie sind umweltfreundlich und ziehen im Haus automatisch alle Blicke auf sich. Wer noch keinen Kachelofen sein Eigentum nennen kann, hat oft die Möglichkeit nachzurüsten. Hier folgt eine Checkliste mit allen relevanten Punkten:

  1. Der Standort:
    Kachelöfen werden gemauert und sind daher äußerst massiv. Bei der Wahl des Standorts ist die Statik des Gebäudes unbedingt zu berücksichtigen. Auch der Brandschutz spielt eine große Rolle: Ofen und Schornstein sind von brennbaren Bauteilen fernzuhalten!
  2. Die Voraussetzungen:
    Die im Kachelofen entstehenden Abgase sind nach außen abzuführen. Dafür braucht es einen Schornstein in den richtigen Maßen. Häufig lässt sich ein solcher Schornstein nachrüsten.
  3. Das Design:
    Kachelöfen lassen sich nicht ohne großen Aufwand austauschen. Hinsichtlich des Designs sollten Interessierte daher keine Kompromisse eingehen. Die gute Nachricht: Professionelle Ofenbauer sind in der Lage, fast jeden Wunsch zu erfüllen.
  4. Die Leistung:
    Die Kachelofen-Leistung muss zum Haus passen, um Überhitzung und Energieverschwendung zu vermeiden. Je effizienter das Haus gebaut ist, desto geringer kann die Kilowatt-Zahl des Kachelofens ausfallen. Experten sind bei der Frage nach der optimalen Heizlast gern behilflich.
  5. Der Betrieb:
    Sollen außer Holz auch andere Brennstoffe eingesetzt werden können? Soll der Kachelofen nur den Raum erwärmen, in dem er seinen Standort hat, oder auch die zentrale Heizung unterstützen (siehe Punkt 7)?
  6. Die Sicherheit:
    Ist eine Lüftungsanlage oder eine Küchenabluft mit Anschluss nach außen vorhanden? Besteht die Gefahr des Unterdrucks; ist also ein spezieller Druckwächter notwendig?
  7. Die Kosten:
    Sie sind abhängig von der Bauart. Schwere Grundöfen sowie wasserführende Öfen sind mit einem Preis ab 5.000 Euro die teuersten Varianten. Warmluft-Kachelöfen sind deutlich preiswerter und ab 3.000 Euro erhältlich.

Kachelofen: effektive Unterstützung der Zentralheizung

Für die Unterstützung der Zentralheizung bieten sich Kachelöfen mit Wärmetauscher an. Dieser Ofeneinsatz ist wasserführend und sorgt über eine Umwälzpumpe dafür, dass die Wärmeenergie des Ofens das Heizwasser der Zentralheizung erwärmt. Ein Teil der Heizleistung des Kachelofens wird in den Pufferspeicher der Zentralheizung geleitet. Am Standort des Kachelofens führt dies zu einem Wärmeverlust. Die Option sollte daher wohlüberlegt sein.

Um einen bestehenden Kachelofen in einen wasserführenden zu verwandeln und damit das gesamte Haus zu beheizen, bieten manche Hersteller Nachrüstsätze mit Wärmetauscher an. Der Eingriff ins bestehende System kann zu Verlusten im Wirkungsgrad führen. Als Plus ist die deutliche Reduzierung der Heizkosten zu nennen.

Reinigung und Wartung

  • Keramische Nachheizzüge sind zur Reinigung über spezielle Öffnungen erreichbar. Nachheizkästen aus Stahl oder Gusseisen bieten Revisionsöffnungen zum Kehren.
  • Nach der ersten Heizperiode sollte der Kundendienst den Kachelofen noch einmal prüfen. So lassen sich leichter Aussagen darüber treffen, wann die Asche aus den Heizgaszügen entfernt werden muss. Die Züge sollten ausschließlich von Fachkräften gereinigt werden.
  • Die Kacheln des Ofens sollten ausschließlich im kalten Zustand gereinigt werden. Sind die Kacheln noch warm, sind die Poren geöffnet und der Schmutz kann beim Wischen tief in die Glasur eindringen.
  • Für das Entfernen leichter Verschmutzungen reicht in der Regel ein feuchtes Tuch aus. Bei hartnäckigen Flecken kann leichte Zitronensäure helfen. Allerdings sollte diese zunächst an einer unsichtbaren Stelle getestet werden.