Luftfeuchtigkeit im Keller senken

Keller

Der Keller stellt zwar die Basis Ihres Hauses dar. Dennoch wird das Lüften in diesen Räumlichkeiten oftmals aus dem Blick verloren. Während auf jeden Raum im Haus auf die richtige Luftfeuchtigkeit geachtet wird, wird der Keller beinahe stiefmütterlich behandelt. Aber auch dieser Raum sollte in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit nicht aus dem Blick verloren werden.

Warum steigt im Keller die Luftfeuchtigkeit an?

Steigt die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller, hat dies meist zwei Ursachen. Erstens kommt es zu einer Kondensierung der wärmeren Außenluft. Zweitens kann ein undichtes Mauerwerk der Auslöser sein. Es gibt aber noch weitere Gründe, weswegen die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller steigt:

  • Im Haus befinden sich undichte Leitungen.
  • Das Regenwasserrohr ist verstopft.
  • Wasser drückt sich durch die Außenwand ins Innere Ihres Hauses.

Das Symptom ist allerdings bei all diesen Ursachen das gleiche. Die Luftfeuchtigkeit steigt.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Keller normal?

Das Optimum der Luftfeuchtigkeit ist schnell erklärt. Grundsätzlich ist der Idealwert bei 50 Prozent Raumfeuchte, wenn die Raumtemperatur bei 20 Grad Celsius liegt. Allerdings sind diese Werte nicht in jedem Raum haltbar. Der Keller stellt bezüglich Luftfeuchtigkeit einen Spezialfall dar. Denn dieser weist stets eine höhere Luftfeuchtigkeit als Wohnräume auf. 50 bis 65 Prozent Luftfeuchtigkeit sind demnach in Ihrem Keller keine Seltenheit. Diese Werte lassen sich auf die Lage des Kellers zurückführen. Immerhin liegt dieser oftmals im Erdreich. Das bedeutet, dass in diesem Raum des Hauses ein spezielles Szenario vorherrscht.

  • Die Raumluft ist kühler als in den restlichen Räumen.
  • Dadurch wird wenig Wasserdampf aufgenommen.
  • Die Raumfeuchtigkeit steigt.
  • Dies begünstigt die Bildung von Kondenswasser.

Warum ist die Luftfeuchtigkeit wichtig?

Die richtige Luftfeuchtigkeit trägt zum Wohlbefinden bei. Liegen die Werte lange Zeit nicht im Normbereich schleichen sich Folgeschäden ein. Die Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent begünstigt Krankheiten. Bei trockener Luft siedeln sich Husten- und Schnupfenviren an. Trockene Nasenschleimhäute stellen eine ideale Eintrittspforte für diese Viren dar. Schimmelpilze fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent wohl. Das Wachstum wird begünstigt.

Die Werte können je nach Nutzung des Kellers variieren

Bei der Luftfeuchtigkeit von 50 bis 65 Prozent handelt es sich lediglich um einen Richtwert. Je nach Kellernutzung steigt oder fällt die Luftfeuchtigkeit. Grundsätzlich sind folgende Punkte beim Keller zu bedenken:

Keller als Wohnbereich: Sie denken den Keller als Wohnbereich an? Dann liegt der Idealwert der Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Alles darüber werden Sie als unangenehm empfinden. Zusätzlich macht sich die hohe Luftfeuchtigkeit beim Inventar bemerkbar. Sie werden rasch Folgen der Feuchtigkeit am Holz und anderen Materialien erkennen.

Keller als Lager für Lebensmittel: Sie denken Ihren Keller als Lagerraum für Getränke und Lebensmittel an? Den Getränkeflaschen hat die hohe Luftfeuchtigkeit nichts an. Lagern Sie allerdings Ihre Lebensmittel bei einer maximalen Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent. Die Haltbarkeit der Lebensmittel reduziert sich durch hohe Luftfeuchtigkeit.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie den Keller als Waschküche nutzen. Feuchte Wäsche und das Trocknen dieser steigert die Luftfeuchtigkeit. Der Keller nimmt mehr Feuchtigkeit auf als er abgeben kann.

Das richtige Lüften im Sommer macht es aus

Sie erreichen im Sommer beim Lüften manchmal den gegenteiligen Effekt. Die warme Außenluft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als die kühle Luft im Keller. Die warme Luft, die in den Keller dringt, kühlt zwar rasch ab. Allerdings hält die kühle Luft die Feuchtigkeit nicht. Es bildet sich Kondenswasser. Mit dem Lüften erhöht sich die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller. Das Untergeschoss wird feuchter, die Schimmelbildung wird begünstigt.

Zeigt sich eine hohe Schwüle und sind die Außentemperaturen hoch, lassen Sie die Kellerfenster bitte geschlossen. Je nach vorherrschender Temperatur können allerdings gekippte Fenster die Selbstregulation begünstigen. Befindet sich die Waschküche im Keller, denken Sie einmal täglich das Stoßlüften an. So befördern Sie einen Großteil der Luftfeuchtigkeit nach draußen.


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Auch das Lüften im Winter ist wichtig

Bei Temperaturen über Null Grad Celsius können Sie die Fenster geöffnet lassen. Überwachen Sie auch im Winter die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller. Vermeiden Sie vor allem beim Einlagern von Lebensmitteln Temperaturen unter Null Grad.

Vermeiden Sie das vollständige Auskühlen des Kellers. Wenn Sie den Keller als Waschküche nutzen, erhöhen Sie die Temperatur vor den Waschgängen. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Sobald die Wäsche trocken ist, nehmen Sie diese möglichst rasch ab.

Nutzen Sie den Keller als Wohnraum ist dieser auch als solcher zu behandeln. Lüften Sie in regelmäßigen Abständen. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Welche Fehler schleichen sich häufig ein?

  • Richtiges Lüften im Keller mag gelernt sein. Es reicht nicht, dass lediglich die Fenster geöffnet sind. Hier müssen die Umstände und die Jahreszeit bedacht werden. Oftmals schleichen sich im Laufe der Jahre Fehler ein, die gravierende Folgen haben.
  • Sorgen Sie beim Lüften für Durchzug. Öffnen Sie hierfür auch die Türen des Kellers.
  • Nur mit Durchzug wird die Luft im Keller optimal bewegt.
  • Denken Sie 20 Minuten Lüften täglich an. Alles darunter macht kaum Sinn.
  • Lüften Sie im Winter nicht, wenn es regnet. Die Außenluft weist dann eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Vermeiden Sie demnach das Lüften bei winterlichem Regnen.
  • Bitte auch im Winter mindestens 20 Minuten lüften.

Welche Gefahren kann eine erhöhte Luftfeuchtigkeit mit sich bringen?

Steigt die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller birgt dies Gefahren. Vor allem die Schimmelbildung wird begünstigt. Dies bringt nicht nur einen negativen optischen Effekt mit sich. Schimmel ist Auslöser für allergische Reaktionen und Erkrankungen. Dies äußert sich in Form von Schnupfen oder asthmatischen Anfällen. Sobald Sie die Feuchtigkeit im Keller senken, beugen Sie der Schimmelbildung vor. Sie erleben zu hohe Feuchtigkeit als modrigen Geruch. Und diese Feuchtigkeit setzt sich in allen Bereichen fort. Die gesamte Immobilie wird im Laufe der Zeit davon in Mitleidenschaft gezogen.

Welche Keller sind besonders gefährdet?

Von hoher Luftfeuchtigkeit sind vor allem alte Gewölbekeller betroffen. Hatten Sie schon mal den Geruch eines alten Kellers in der Nase? Dieser eigentümliche Geruch ist sofort erkennbar. Die hohe Gefahr begründet auf der alten Bauweise. Alte Keller weisen häufig keine Fenster auf. Zusätzlich bestehen diese aus Lehm. Dieser wurde als wasserabweisende Schicht an den Seitenwänden angebracht. Wenn Sie den Keller als Nutzraum andenken, ist das Trockenlegen mit hohen Kosten verbunden. Bedenken Sie: Trotz hoher Investitionen lässt sich dieser Raum nie gänzlich als Wohn- oder Arbeitsraum nutzen.

Wie können Sie die Luftfeuchtigkeit im Keller senken?

Neuere Keller lassen sich einfacher lüften als alte Gewölbekeller. Mit dem richtigen Lüften lässt sich die Luftfeuchtigkeit generell gut regulieren. Im Sommer eignen sich zum Lüften die frühen Morgenstunden. Sorgen Sie in dieser Zeit für den optimalen Durchzug. Um möglichst viel Luft nach draußen zu schaffen, öffnen Sie die Türen und Fenster Ihres Kellers. Sobald die Normwerte erreicht sind, schließen Sie Fenster und Türen wieder.

Mit der Kippstellung haben Sie im Winter beim Lüften die Nase vorne. Der Feuchtigkeitsgehalt in Ihrem Keller reduziert sich aufgrund der einströmenden Luft. Sinken die Temperaturen nachts ab, vergessen Sie bitte nicht das Fenster zu schließen.

Im Winter wirken Sie der hohen Luftfeuchtigkeit mit Heizen entgegen. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Oftmals reicht es, wenn Sie die Heizung in Ihrem Keller um ein bis zwei Grad erhöhen. Bedenken Sie, dass das Beheizen des Kellers auch mit höheren Energiekosten verbunden ist. Wägen Sie hier Nutzen und Kosten miteinander ab.

Ein professioneller Luftentfeuchter kann Ihnen hilfreich unter die Arme greifen. Bevor Sie sich für den Kauf dieses Gerätes entscheiden, lassen Sie sich bitte von einem Experten beraten. Ein einfacher und günstiger Luftentfeuchter ist der von ProBreeze. Lesen Sie hier mehr zu unserem ProBreeze Luftentfeuchter Test.

Quelle: bigstockphoto.com / troggt

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.