Pelletlagerung: Das muss man beachten

Pelletlagerung

Pelletheizungen stellen aufgrund der ökologischen Vorteile und den geringen Verbrauchskosten durchaus eine echte Alternative zu konventionellen Gas- oder Ölheizungen dar. So unproblematisch diese Heizungssysteme im Betrieb funktionieren, gibt es doch bezüglich der Lagerung der Pellets einiges zu beachten.

Kalkulation der Kapazität des Lagerraums

Insbesondere bei Bestandsimmobilien ist die Suche nach dem passenden Lagerraum durchaus eine Herausforderung; bei Neubauten müssen diese Räumlichkeiten ebenso mit einkalkuliert werden. Doch wie muss dieses Pelletlager dimensioniert sein? Hierzu muss zunächst eine Berechnung der Heizlast durchgeführt werden, um die Größe des Kessels für die Pelletheizung zu bestimmen.

Auf Basis dieser Heizlast kann die Berechnung erfolgen: Je kW Heizlast müssen etwa 0,9 m³ Lagerraum zur Verfügung gestellt werden. Bei einer angenommenen Heizlast von 10 kW, was in etwa einem Neubau eines Einfamilienhauses mit ca. 200 m² Wohnfläche entspricht, müssten 9 m³ Volumen an Lagerfläche bereitgestellt werden.

Beachtet werden muss allerdings, dass der Raum nur zu zwei Dritteln genutzt werden kann. Bei einem angenommenen Pelletbedarf von 2.500 kg pro Jahr würde der Vorrat bei einer Schüttdichte von 650 kg/m³ etwa für zwei Jahre ausreichen, wenn der Lagerraum bei einer Heizlast von 10 kW wie angegeben dimensioniert wird. Hier zeigt sich: Durch die lange Lagerdauer lassen sich Preisschwankungen flexibel nutzen, was die Verbrauchskosten weiter senkt.

Vorsicht bei Kellerräumen: Trockenheit muss gewährleistet sein

Wichtig bei der Lagerung von Pellets ist zudem eine ausreichende Belüftung. In einem solchen Feldlager kann sich Kohlenmonoxid bilden – ein geruchsloses, aber in hoher Dosierung tödliches Gas.

Es reicht nicht aus, den Raum vor einer Wartung kurz zu lüften, in jedem Fall muss eine dauerhafte Frischluftversorgung sichergestellt sein. Darüber hinaus sollen die Pellets natürlich ihre Brennqualität erhalten, was nur in Räumen mit trockenen Decken und Wänden möglich ist. Insbesondere bei Kellerräumen ist dies nicht immer gegeben.

Beschaffenheit des Lagerraums: Gefälle stellt Heizungsversorgung sicher

Ideal ist es auch, wenn der Lagerraum an einer Außenwand des Gebäudes liegt und nicht verwinkelt ist – dadurch lässt sich das Pelletlager einfacher befüllen. Weiterhin sollten zwischen dem LKW, der die Pellets liefert und dem Lagerraum nicht mehr als 30 m liegen.


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Der Grund: Eine zu lange Zuführstrecke sorgt dafür, dass die Pellets zerrieben werden und letztlich an Qualität verlieren.

Damit der Heizkessel gut mit Pellets versorgt werden kann, muss zudem ein Gefälle vorhanden sein – sonst kann der Lagerraum nicht restlos entleert werden. Hierfür gibt es Aufbauten, mit denen im Lagerraum ein solches Gefälle erzeugt werden kann. Bei der Kapazitätsplanung sollte aber hierdurch ein gewisser Verlust mit einkalkuliert werden.

Sofern in dem Raum Steckdosen vorhanden sind, müssen diese abgeklebt werden, um eine Explosionsgefahr auszuschließen. Weiterhin sollte die Stabilität der Wände gewährleistet sein: Gipsplatten oder Holz halten dem Druck der Pellets nicht stand, in jedem Fall sollten die Wände gemauert werden.

Brandschutztür unbedingt empfehlenswert

Beachtet werden muss auch, dass eine Brandschutztür der Feuerwiderstandsklasse T30 eingebaut werden muss, wenn das Pelletlager eine größere Kapazität als 6,5 t fasst. Hier sollte allerdings beachtet werden, dass es zwischen den Bundesländern Unterschiede hinsichtlich der Vorschriften gibt. Eine wirkungsvolle Brandschutztür ist aber in eigenem Interesse eine gute Investition, auch wenn der Gesetzgeber sie nicht zwingend vorschreibt.

Sacksilo bereits ab 1.000 EUR erhältlich

Wer eine solche Investitionen tätigt, fragt sich natürlich im Vorfeld nach den Kosten. Die Investitionssumme kann sich anhand der Vorbedingungen ganz erheblich unterscheiden. Wird beispielsweise eine alte Ölheizung ersetzt, können die bisherigen Öltanks durchaus zur Pelletslagerung verwendet werden, was die Kosten natürlich erheblich reduziert.

Für ein eigens angeschafftes Pelletsilo müssen hingegen etwa 1.500 – 3.000 EUR einkalkuliert werden. Ein einfaches Sacksilo ist bereits ab 1.000 EUR erhältlich. Sofern hierfür aber keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und beispielsweise aus Gründen der Genehmigung auch nicht einfach angebaut werden können, ist ein Erdtank eine überlegenswerte Alternative. Hier müssen auch etwa 3.000 EUR für die Anschaffung einkalkuliert werden, wobei hierbei die Erdarbeiten noch nicht mit inbegriffen sind.

Fazit: Viele Faktoren berücksichtigen

Am Ende zeigt sich also: Bei der Wahl des Pelletlagers gibt es einige Dinge zu beachten, damit die Brennstoffqualität erhalten bleibt, die Kapazität für den eigenen Heizbedarf ausreicht und auch eine Befüllung problemlos möglich ist.

Die Investitionen halten sich dabei üblicherweise in Grenzen; Voraussetzung ist hier aber das Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten. Auch wenn die Umbauarbeiten umfangreicher ausfallen sollten lohnt sich die Anschaffung einer Pelletheizung in der Regel dennoch.

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Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.