Wärmepumpe nachrüsten ohne Fußbodenheizung

Wärmepumpen außerhalb des Hauses

Wärmepumpen sind in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt, denn jene bieten eine kostengünstige sowie praktische Heizmethode. Dabei werden die Wärmepumpen oftmals mit Fußbodenheizungen verbunden, denn darüber lässt sich eine angenehme Wärme schaffen. Spielen Sie mit dem Gedanken, eine Wärmepumpe nachrüsten zu lassen, müssen Sie sich aber nicht zwangsweise für eine Fußbodenheizung entscheiden. Immerhin ist der Umbau des Hauses sehr kostspielig und aufwendig. Glücklicherweise ist die Pumpe aber sehr flexibel, sodass grundsätzlich jeder dessen Vorteile in Anspruch nehmen kann.

Was ist eine Wärmepumpe?

Sicherlich fragen Sie sich, was eine Wärmepumpe genau ist und warum Sie Ihr Haus damit nachrüsten sollten. Grundsätzlich können Sie eine Wärmepumpe mit einem Kühlschrank vergleichen. Jener entzieht seiner Umgebungsluft Wärme und kühlt somit den Innenraum. Bei einer Wärmepumpe ist es etwas anders, denn jene entzieht der Außenluft die Wärme. Anschließend wird diese Wärme ins Haus transportiert und kann dort für Warmwasser oder warme Heizungen sorgen. Es gibt aber auch andere Arten, welchen Grundwasserreservoirs oder dem Erdreich die Wärme entziehen. Der größte Pluspunkt und ebenso der Hauptgrund für eine Nachrüstung ist also, dass eine Wärmepumpe nahezu unerschöpflich ist. Immerhin kann der Außenluft immer wieder Wärme entzogen werden. Darüber hinaus ist eine Wärmepumpe sehr umweltfreundlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Pumpe grundsätzlich in jedem Gebäudetyp verwendet werden kann. Unwichtig, ob es sich um einen Bungalow oder eine große Villa handelt, Sie können jedes Haus mit einer Wärmepumpe nachrüsten.

Nicht zu vergessen sind die günstigen Stromkosten. Das bedeutet, rund 80 Prozent der Wärmeenergie stammt aus der Umgebungsluft, doch die restlichen 20 Prozent aus dem Stromnetz. Immerhin benötigt die Wärmepumpe Strom, um die elektrischen Teile im Inneren zu betreiben. Im Vergleich mit herkömmlichen Heizarten sparen Sie dennoch viel Geld. Aber auch bei der Wartung zeigen sich Wärmepumpe äußerst vorteilhaft. Sie sind beinah wartungsfrei und müssen somit vielleicht zweimal im Jahr überprüft werden. Es gibt aber noch mehr Vorteile, welche wir kurz zusammenfassen:

– Wärmepumpen gelten in Hinblick auf den Betrieb als sehr sicher.

– Der CO2-Ausstoß ist, im Vergleich zu Gas- und Ölheizungen, um rund 90 Prozent geringer.

– Einige Modelle sind nicht nur zum Heizen geeignet, sondern sie können im Sommer den Wohnraum auch kühlen.

– Wärmepumpen gelten als sehr langlebig.

Lohnt sich die Nachrüstung?

Grundsätzlich kann jeder auf eine Wärmepumpe zugreifen, doch nicht in jedem Haushalt lohnt sich die Nachrüstung. Prüfen Sie deshalb die Heizlast. Entscheiden Sie sich für eine Luftwärmepumpe, sollte die Heizlast bei maximal 15 Kilowatt liegen. Wünschen Sie sich hingegen eine Erdwärmepumpe, dann kann die Heizlast auf 20 Kilowatt ansteigen. Liegt die Last über diesen Werten, bedeutet das nicht direkt, dass Sie auf eine Wärmepumpe verzichten müssen. Jedoch ist es jetzt notwendig, dass Sie Ihr Gebäude sanieren und somit auf die Pumpe abstimmen. 

Sicherlich könnten Sie sich nun für eine Flächenheizung entscheiden, also eine Fußbodenheizung, doch das ist nicht zwangsweise notwendig. In vielen Fällen reicht es bereits aus, wenn Sie die Wärmedämmung überarbeiten und somit dafür sorgen, dass die Heizlast sich stark senkt. In manchen Fällen lohnt sich aber auch die Verbindung aus Wärmepumpe sowie Brennwertkessel. Das bedeutet, die gesamte Beheizung des Hauses wird nicht allein von der Pumpe übernommen, sondern jene arbeiten mit einer Gas- oder Ölheizung zusammen. Dadurch fällt die Nachrüstung sehr leicht und gleichermaßen benötigen Sie nicht zwangsweise eine sehr leistungsstarke Wärmepumpe.

Ihre Möglichkeiten im Überblick

Um eine Wärmepumpe nachzurüsten haben Sie verschiedene Möglichkeiten, wobei diverse Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Da diese recht verwirrend sein können, haben wir Ihnen die drei Schritte auf dem Weg zur Wärmepumpe zusammengefasst. Folgen Sie diesen, ist die Wärmepumpe nicht mehr weit entfernt.

Schritt 1: Die Heizlast des Gebäudes

Der erste Schritt zur Wärmepumpe ist die Heizlast des Gebäudes zu prüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Wir empfehlen, dass eine Luftwärmepumpe nicht über 15 Kilowatt und eine Solewärmepumpe nicht über 20 Kilowatt eingesetzt werden sollten. Ist Ihre Heizlast aber höher, müssen Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen. Sicherlich gehört der Einbau einer Fußbodenheizung dazu, doch das ist auch umgänglich. Besser ist, wenn Sie für eine umfangreiche Dämmung sorgen und/oder die Wärmepumpe als Hybridlösung gemeinsam mit einer Gas- oder Ölheizung verwenden. So können Sie das Leistungsdefizit ausgleichen und die Heizlast umspielen.


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Schritt 2: Die maximale Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Heizwassers, welches zur Heizung geführt wird, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zum Beispiel von der Entfernung zwischen der Heizung und dem Heizkörper. Eine Wärmepumpe eignet sich für Haushalte, wo die Vorlauftemperatur unter oder bei etwa 50 Grad liegt. Sollte sich die maximale Vorlauftemperatur aber über 50 Grad befinden, müssen Sie erneut weitere Maßnahmen ergreifen. Wir empfehlen eine Modernisierung des Wärmeverteilers. Darunter fallen ebenso die Heizkörper, wobei natürlich auch eine Flächenheizung, wie die Fußbodenheizung, dazugehört. In den meisten Fällen reicht es aber aus, wenn Sie einfach Ihre Heizkörper modernisieren, sodass die Vorlauftemperatur abnimmt.

Schritt 3: Der Warmwasserbedarf

Die meisten Haushalte besitzen einen Standard-Warmwasserbedarf. Das bedeutet, leben Sie mit drei bis vier Personen in einem Haushalt und besitzen lediglich eine Dusche oder Badewanne, ist eine Wärmepumpe kein Problem. Die Speichergröße liegt bei etwa 180 Litern und das ist kein Akt für eine Wärmepumpe. Es gibt aber auch Haushalte mit einem hohen Warmwasserbedarf. Das ist der Fall bei einer Personenzahl ab vier. Ebenso liegen Dusche und Badewanne vor, mitunter auch noch ein Wellnessbereich. Die Speichergröße wächst jetzt auf etwa 300 Liter an. Auch bei diesem Warmwasserbedarf ist eine Wärmepumpe möglich, wobei wir Ihnen aber eine individuelle Planung ans Herz legen. So kann die Pumpe perfekt auf Ihren Bedarf abgestimmt werden.

Welche Wärmepumpenart eignet sich zum Nachrüsten?

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, die Sie nachträglich einfügen können. Generell können Sie sich für jede Art entscheiden, doch es gibt einige Wärmepumpen, die sich besser zur Nachrüstung eignen. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Typen vor und zeigen Ihnen, zu welchen Schwierigkeiten es beim Einbau kommen kann.

Erdwärmepumpe

Die Erdwärmepumpe, die auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet wird, nutzt die in der Erde gespeicherte Energie zum Heizen. Dabei gelten Erdwärmepumpen als besonders leistungsstark und arbeiten entweder mit einer Sonde oder Kollektoren. Jedoch sollten Sie bedenken, dass die Nachrüstung relativ kompliziert ist, da die Sonde oder Kollektoren in den Boden eingelassen werden müssen. Gerade in eng bebauten Gebieten eignet sich deshalb eine andere Wärmepumpenart deutlich besser. Die Kosten für die Nachrüstung würden sich ansonsten auf etwa 14.000 bis 25.000 Euro belaufen.

Grundwasserwärmepumpe

Die Grundwasserwärmepumpen nutzen die Wärme eines Grundwasservorkommens, wobei jene in Hinblick auf die Effektivität mit Erdwärmepumpen vergleichbar sind. Jedoch sollten Sie bedenken, dass solche Pumpen nicht überall zulässig sind. Zum Beispiel sind sie in Wasserschutzgebieten verboten, weshalb Sie sich vorher informieren sollten. Zwar ist die Nachrüstung möglich, doch oftmals recht aufwendig. Die Kosten liegen dafür bei 15.000 bis 22.000 Euro.

Luftwärmepumpe

Die wohl beste Art zur Nachrüstung ist eine Luftwärmepumpe. Jene entzieht der Umgebungsluft Wärme und führt diese anschließend ins Haus. Sogar bei Temperaturen von -20 Grad kann der Luft Wärme entzogen werden, sodass eine Luftwärmepumpe grundsätzlich das ganze Jahr im Einsatz sein kann. Der nachträgliche Einbau ist recht simpel und selbst bei Altbauten treffen Sie nicht auf Probleme. Dafür muss Ihnen aber bewusst sein, dass eine Luft-Luft-Wärmepumpe keine so hohe Effizienz mitbringt. Dafür ist sie mit 10.000 bis 18.000 Euro aber auch günstiger als andere Vertreter.

Welche eignet sich jetzt am besten?

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich für Grundwasser- oder Erdwärmepumpen entscheiden, soweit es bei Ihnen möglich ist. Der Grund ist die erhöhte Leistung, denn selbst große Haushalte können somit ohne jegliche Hilfe beheizt werden. Liegen aber keine passenden Bauvoraussetzungen vor, entscheiden Sie sich für eine Luftwärmepumpe. Sie ist eine gute Alternative, auch, wenn deren Leistung geringer ausfällt. Dafür ist der Einbau aber deutlich einfacher und flexibler. Ansonsten sollten Sie bedenken, dass Sie eine Wärmepumpe nicht monovalent benutzen müssen. Das bedeutet, Sie können jene mit anderen Heizsystemen, wie zum Beispiel einer Gas- oder Ölheizung, kombinieren. Das ist bei Luftwärmepumpen zu empfehlen, wenn deren alleinige Leistung nicht für Ihren Haushalt ausreicht. Am besten lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, der Ihnen anschließend Ihre Möglichkeiten aufzeigt.

Was kostet eine Nachrüstung?

Wohl einer der wichtigsten Fragen ist, was Sie am Ende genau bezahlen müssen. Weiter oben haben wir bereits einige Zahlen genannt, doch dabei handelt es sich nur um grobe Richtwerte. Immerhin ist jede Situation einzigartig, weshalb sich Ihre Kosten stark unterscheiden können. In erster Linie müssen Sie sich mit den Anschaffungskosten beschäftigen. Es handelt sich hierbei um den Preis, welchen die Wärmepumpe kostet. Schon in diesem Bereich gibt es große Unterschiede, wie zum Beispiel von der Erd- zur Luftwärmepumpe. Meist müssen Sie mit Preisen zwischen 10.000 und 20.000 Euro rechnen. Weitere Kosten kommen für den Einbau hinzu. Wir empfehlen nicht, dass Sie den Einbau selbst übernehmen. Immerhin ist er recht kompliziert und es muss sichergegangen werden, dass alles korrekt funktioniert. Der Stundensatz des Fachmanns kann dabei stark variieren. Abschließend müssen einige Haushalte Sanierungsmaßnahmen hinnehmen, damit die neue Heizmethode auch ihre volle Wirkung entfaltet. Meist handelt es sich um eine neue Dämmung, um somit den Verlust von Wärme zu umgehen.

Unser Tipp: Achten Sie nicht zu sehr auf den Preis. Sicherlich ist eine Nachrüstung nicht günstig, doch Sie müssen langfristig denken. Das bedeutet, in Zukunft werden Sie Geld sparen. Sicherlich wird das einige Jahre dauern, doch die Anschaffung einer Wärmepumpe lohnt sich auf jeden Fall.

Fazit

Das Nachrüsten einer Wärmepumpe lohnt sich für jeden Haushalt, denn Sie benötigen nicht zwangsweise eine Fußbodenheizung, um den vollen Effekt zu erhalten. Es gibt viele verschiedene Maßnahmen, welche die Effizienz erhöhen und somit eine Wärmepumpe zu einer guten Alternative zu klassischen Heizmethoden macht. Am besten lassen Sie sich vorher umfangreich von einem Fachmann beraten, der Ihnen anschließend sagen kann, welche Möglichkeiten Sie haben. So stehen den etlichen Vorteilen einer Wärmepumpe nichts im Wege, denn sie ist leistungsstark, umweltfreundlich, wartungsarm und darüber hinaus nachrüstbar.

Quelle: bigstockphoto.com / Babar760

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.