Was ist ein Luftentfeuchter?

Normalerweise geht es im Winter darum, die Raumluft anzufeuchten. Die von Heizkörpern oder Fußbodenheizung aufgeheizte Raumluft enthält nach Feuchtigkeitsaufnahmevermögen gerechnet weniger Luftfeuchtigkeit, sie gilt daher als „trocken“. Und das will niemand. Warum sollen Menschen nun Luftentfeuchter aufstellen, die der Luft die Feuchtigkeit entziehen?

Ganz korrekt ist die Sache mit der trockenen Heizungsluft ohnehin nicht, denn natürlich ist der in der Luft als winzige Tröpfchen oder Dampf schwebende Anteil an Feuchtigkeit der Gleiche, egal ob die Lufttemperatur nun bei 15° C oder bei 22° C liegt. Hier geht es um einen anderen Punkt: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen.

Die Sättigung ist bei aufgeheizter Raumluft im Winter niedriger. Das greift die Schleimhäute an, weshalb viele Menschen ein feuchtes Handtuch auf die Heizung legen. Aber warum soll nun die Raumluft entfeuchtet werden? Insbesondere in Badezimmern, Küchen und Kellerräumen stehen häufig Luftentfeuchter. Wozu soll das gut sein?

Raumluft darf nicht zu feucht oder zu trocken sein

Ist die Luft in Räumen zu trocken, greift das die Gesundheit an. Trockene Raumluft sorgt für trockene Haut, strohig-trockenes Haar, trockene Schleimhäute. Letzteres ist besonders ärgerlich, denn trockene Schleimhäute sind anfälliger für Erkältungskrankheiten.

Aber eine zu feuchte Raumluft ist auch nicht gut. Denn dann setzt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondenswasser überall da ab, wo es Kältebrücken gibt. Das ist da, wo Außenwände kalt sind, wo es am Fensterrahmen oder Türrahmen kalt hereinzieht, wo rund um Rohre und Leitungen in der Wand die Luft kühl ist. Da warme Luft mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft, bevor sie gesättigt ist, schlägt sich die Feuchtigkeit an Wänden, Möbeln, Fenster- und Türrahmen nieder – eben überall dort, wo die Luft abkühlt und weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Warum ist das nun problematisch?

Quelle: makasanaphoto / bigstock.com

Sind Möbel, Mauerwerk, Wände, Decken oder Böden dauerhaft feucht, siedeln sich hier Schimmelpilze an. Die Pilze sind erstens nicht besonders ästhetisch, zweitens zerstören sie langsam, aber sicher Möbel und Mauerwerk, und drittens schaden sie der Gesundheit.

Denn wer permanent Schimmelpilzsporen einatmet, läuft Gefahr, dass sich die Pilze auch im menschlichen Körper ansiedeln. Die verschiedenen Arten von Schimmel gelten als mehr oder weniger stark krebserregend, greifen die Atemwege an und schwächen das Immunsystem. Wer einmal Schimmel im Haus hat, muss normalerweise umfassend sanieren.

Luftentfeuchter holen die Feuchtigkeit aus der Raumluft

In manchen Räumen kann man eine hohe Luftfeuchtigkeit einfach nicht vermeiden. Wenn im Badezimmer täglich zwei bis vier Menschen duschen, die Waschmaschine läuft, der Trockner Feuchtigkeit in den Raum bläst, dann hilft auch ausgiebiges Lüften nicht viel. Dazu kommt, dass nicht jedes Badezimmer über ein Fenster verfügt – Ventilatoren und Lüftungsanlagen sind von der Feuchtigkeit meist überfordert. In der Küche ist die Lage ähnlich: Hier wird gekocht und gespült, Wasserdampf ist eigentlich permanent in der Luft. Der Luft- oder auch Raumentfeuchter kann auch hier helfen, die Feuchtigkeit aus der Raumluft zu holen.

Aber ganz häufig kommt der Raumentfeuchter im Keller zum Einsatz. Denn hier kann Luftfeuchtigkeit nicht durch Lüften nach draußen abgeführt werden – Fenster gibt es nicht. Moderne Keller sind sehr gut abgedichtet, hier reichert sich die Feuchtigkeit in der Luft an und schlägt sich an den Wänden ab. Sie sammelt sich an den Gegenständen und Möbeln, die hier stehen, kondensieren und führen zu modrigem Geruch, klammem oder nassem Gefühl und auf lange Sicht zu Schimmel. Der greift Gesundheit und Mauerwerk an.

Wenn der Raumentfeuchter nicht mehr weiterhilft, gibt es weitere Maßnahmen, die man dem folgenden Video entnehmen kann:

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Lüften reicht oft nicht aus, gekippte Fenster schon gar nicht

Die Gründe für Schimmelbildung im Keller wie in Bad, Küche und anderen Räumen liegen einerseits in der guten Abdichtung der Räume. Es darf heute nicht mehr durch Türritzen ziehen, überall wird doppelt und dreifach isoliert. Unter energetischen Gesichtspunkten ist das durchaus sinnvoll, für das Raumklima ist es indes nicht so gut. Denn der Luftaustausch ist damit nicht ausreichend gewährleistet.

Unzureichendes Lüften oder falsches Lüften kommen hinzu: Wird das Fenster permanent gekippt gehalten, kühlen die Mauerteile rund ums Fenster stark ab. Hier bildet sich dann erst Kondenswasser, dann wachsen die Wasser- und Stockflecken, anschließend breitet sich Schimmel aus.

Wird das Fenster dagegen nur kurz gekippt, kann nur sehr wenig feuchte Luft nach draußen entweichen. Die Feuchtigkeit bleibt im Raum, trotzdem kühlt die Luft rund um das Fenster herum ab. Wird das Fenster komplett geöffnet, wird es sehr kalt. Um die Raumtemperatur in einem halbwegs annehmbaren Bereich zu halten, muss geheizt werden – und das ist nicht sehr ökonomisch, geschweige denn energetisch sinnvoll.

Ideal Lüften: Für fünf Minuten verschiedene gegenüberliegende Türen und/oder Fenster geöffnet halten. Der Durchzug stellt sicher, dass die Raumluft wirklich ausgetauscht wird. Und das sollte mehrfach täglich erfolgen.

Alternative Raumentfeuchter

Luftentfeuchter oder Raumluftentfeuchter helfen, die Feuchtigkeit aus der Luft zu holen. Es gibt unterschiedliche physikalische Methoden, nach denen die Raumluftentfeuchter funktionieren: Einige Modelle arbeiten mit Kondensation, andere mit Absorption oder mit Adsorption.

Quelle: Mariia Boiko / bigstock.com

Kondensation bedeutet, dass die Luft durch einen Sauglüfter in das Gerät gezogen wird. Sie wird durch einen Wärmetauscher transportiert. Die Temperatur des Verdampfers ist geringer als die Taupunkttemperatur. Das lässt die Feuchtigkeit kondensieren, das Wasser kann sich in einem Behälter sammeln und die Luft wieder in den Kondensator gebracht werden. Im Kondensator wird sie noch einmal erhitzt, dann wird die Luft wieder in den Raum geleitet.

Bei der Absorptionsentfeuchtung leitet das Gerät die feuchte Luft per Ventilator über eine hygroskopische Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit zieht die Feuchtigkeit aus der Luft und nimmt sie auf. Das funktioniert für eine gewisse Zeit, danach muss die Flüssigkeit erhitzt werden, damit der Wasserdampf entweichen und die Flüssigkeit danach wieder verwendet werden kann.

Geräte, die mit Adsorption arbeiten, haben einen Entfeuchtungsbereich und einen Regenerationsbereich. Ein Rotor bewegt die Luft, die Rotorblätter haben eine hygroskopische Substanz. Und diese Substanz geben die Rotoren an die Luft ab. Im Regenerationsbereich sammelt sich die angereicherte Luft, hier wird die Feuchtigkeit entfernt, bevor die trockene Luft wieder in den Raum abgegeben wird.

Welcher Raumluftentfeuchter ist für welchen Raum geeignet?

Raumluftentfeuchter, die in Wohnräumen arbeiten sollen, müssen sicherlich auch annehmbar aussehen und dürfen in der Einrichtung nicht unangenehm auffallen. Steht der Raumluftentfeuchter im Keller, ist das Aussehen dagegen zweitrangig. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Luftentfeuchter im Keller über einen Frostschutz verfügt. Denn ungeheizte Kellerräume können zumindest im Winter empfindlich kalt werden. Frost könnte das Gerät sonst zerstören.

Außerdem sollte auf die Größe des Geräts geachtet werden: Wie viele Kubikmeter Luft soll es entfeuchten? In kleinen Räumen reicht ein entsprechendes kleineres Gerät. Ein großer Luftentfeuchter ist unnötig teuer und treibt die Stromkosten in die Höhe. In großen Räumen dagegen muss es ein leistungsstärkeres und größeren Gerät sein, wenn man nicht mehrere Geräte aufstellen will.

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.