
Wenn es um Heizkörper geht, wird heute gerne auf ein gefälliges Design geachtet, das sich gut in den Raum einpasst.
Bei der Wahl des richtigen Heizkörpers ist es jedoch wesentlich wichtiger, die entsprechende Größe zu wählen, damit die gewünschte Heizleistung erbracht werden kann. Dazu sollten Sie verschiedene Kriterien beachten, die wir im Folgenden vorstellen möchten.
So wird die Größe des Heizkörpers berechnet
Um die richtige Größe des Heizkörpers zu ermitteln, ist es wichtig, zunächst die unterschiedlichen Typen von Heizkörpern zu kennen. Derzeit werden fünf unterschiedliche Typen angeboten. Diese sind:
- Typ 10 mit 44 mm Bautiefe
- Typ 11 mit 50 mm Bautiefe
- Typ 21 mit 70 mm Bautiefe
- Typ 22 mit 105 mm Bautiefe
- Typ 33 mit 160 mm Bautiefe
An den Zahlenkennzeichen können Sie die Unterschiede auf einen Blick erkennen, da die erste Ziffer die Anzahl der Heizplatten und die zweite Ziffer die Anzahl der Konvektoren beschreibt.
So hat ein Typ 11 Heizkörper, eine Heizplatte und einen Konvektor, während der Typ 33 Heizkörper, drei Heizplatten und drei Konvektoren besitzt. Dadurch besitzt der Typ 33 Heizkörper eine höhere Heizleistung.
Um nun zu bestimmen, welche Heizkörper für Ihr Haus richtig sind, müssen Sie die nötige Heizleistung berechnen. Diese muss für jeden Raum gesondert berechnet werden, da sich die Räume in der Regel in der Größe unterscheiden.
Wird die nötige Heizleistung nicht vor der Anschaffung der Heizkörper berechnet, können sich zwei unterschiedliche Probleme ergeben: Wird der Heizkörper zu klein gewählt, so erbringt er keine ausreichende Heizleistung, um den Raum auf die gewünschte Temperatur aufzuheizen.
Wählen Sie den Heizkörper hingegen zu groß, so geben Sie mehr Geld aus, als notwendig.
Die Heizleistung ermitteln
Die nötige Heizleistung wird durch die Größe des Raums bestimmt und auch durch die Wärmedämmung, die vorhanden ist.
Sie können davon ausgehen, dass in Neubauten und in sanierten, wärmegedämmten Altbauten eine Wärmeleistung von 100 W pro Quadratmeter Wohnfläche benötigt wird.
Bei nicht gedämmten Altbauten hingegen ist eine Heizleistung von 150 W pro Quadratmeter nötig. Bei Heizkörpern für Badezimmer sollten Sie noch einmal 10% hinzurechnen, da man diese Räume in der Regel gerne besonders warm hält.
Ist im Raum eine Dachschräge vorhanden, so werden etwa 20 % weniger Heizleistung benötigt. Auch im Schlafzimmer kann rund 25 % weniger Heizleistung berechnet werden, da in den meisten Haushalten dort eine niedrigere Temperatur eingesetzt wird.
Die folgenden Rechenbeispiele verdeutlichen, wie Sie die benötigte Heizleistung schnell ermitteln können:
1. Ein Schlafzimmer in einem Neubau ist 25 Quadratmeter groß und soll auf 18 Grad aufgeheizt werden. Die Formel ist:
25 qm x 75 W/qm = 1,875 W
2. Ein Wohnzimmer in einem nicht gedämmten Altbau ist 40 Quadratmeter groß und soll auf 20 Grad geheizt werden. Diese Formel wird angewendet:
40 qm x 150 W/qm = 6,000 W
Diese errechnete Wattzahl muss nun in einem oder mehreren Heizkörpern im Raum bereitgestellt werden. In der Produktbeschreibung des Heizkörpers können Sie erfahren, wie viel Watt Heizleistung der Heizkörper bringt.
Genaue Heizleistung wird vom Heizungsinstallateur berechnet
Die vorgenannten Formeln stellen einen Faustwert dar, den Sie beim Kauf von Heizkörpern nutzen können. Es gibt jedoch noch weitere Elemente, die beim Kauf eine Rolle spielen können. Dazu gehört beispielsweise die Vorlauftemperatur der Heizung.
Diese kann recht unterschiedlich sein und hängt hauptsächlich vom Alter der Heizanlage ab. Bei neuen Anlagen beträgt die Vorlauftemperatur meistens um die 55 Grad, während bei älteren Anlagen meistens eine Vorlauftemperatur von 80 Grad zum Einsatz kommt.
Wenn Sie dieses Element ebenfalls mit in die Berechnung einbeziehen möchten, kann es sinnvoll sein, die Berechnung von einem Heizungsinstallateur durchführen zu lassen.
Die richtige Art von Heizkörper wählen
Heizkörper gibt es heute in unterschiedlichen Formen und beim Kauf haben Sie eine große Auswahl. Doch nicht jeder Heizkörper passt auch zu jedem Heizsystem. Daher sollten Sie bei der Kaufentscheidung einige Kriterien beachten.
Plattenheizkörper sind die bekanntesten Modelle. Sie setzen sich aus einer oder mehreren Heizplatten zusammen, in deren Zwischenräumen Lamellen angebracht sind. Das warme Heizungswasser fließt durch den Heizkörper, der den Raum durch Strahlungswärme heizt.
Diese Heizkörper arbeiten effizient und eignen sich auch gut bei einer geringen Vorlauftemperatur. Sie werden bei Ölheizungen, Gasheizungen, Holzheizungen und KWK-Anlagen eingesetzt.
Gliederheizkörper bestehen aus einzelnen Gliedern, die von Warmwasser durchströmt sind und können den Anforderungen sehr flexibel angepasst werden. Die Glieder bestehen meistens aus Stahl und geben die Wärme über Strahlung und Konvektion an den Raum ab. Solche Heizkörper werden gerne im Zusammenhang mit Heizungsanlagen mit Brennwerttechnik eingesetzt.
Die Heizkörper sind auch aus Aluminium erhältlich, wenn beispielsweise für weniger tragfähige Wände ein besonders leichter Heizkörper gewählt werden soll.
Röhrenheizkörper ähneln grundsätzlich den Gliederheizkörpern, können jedoch in anderer Weise konstruiert sein. Die Rohre können beispielsweise waagerecht verlaufen. Solche Heizkörper sind im Bad beliebt, da sie sich gleichzeitig zum Trocknen von Handtüchern eignen.
Bei Konvektor Heizkörpern kommt eine einzige Lamelle zum Einsatz, die ein wasserführendes Rohr umschließt. Die Wärme wird fast ausschließlich in Form von Konvektion abgegeben. Daher eignen sich diese Heizkörper auch ausgezeichnet, um hinter Blenden installiert zu werden.
Wichtige Tipps zum Thema Heizkörper
Wenn Sie die richtige Art von Heizkörper gewählt und auch die nötige Heizleistung genau beachtet haben, sollte es kein Problem sein, Ihre Räume auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen.
Dennoch sollten Sie einige Punkte beachten, die eine gute Wärmeverteilung stören. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine Couch oder ein anderes Möbelstück den Heizkörper ganz oder teilweise verdeckt.
Heizkörper sollten nach Möglichkeit auch nicht unmittelbar an einem Fenster angebracht werden, da so möglicherweise Heizwärme verloren gehen kann. Für eine optimale Effizienz sollten Sie Ihre Heizkörper außerdem regelmäßig reinigen und entlüften.
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