Heizkörper Vorlauf Rücklauf vertauscht

Vor- und Rücklauf vertauscht

An einer Heizung legen viele Menschen gerne selber Hand an, wenn etwas defekt ist, da man viele Einzelteile relativ einfach selbst austauschen kann. Hinzu kommt, dass viele sich bestimmt gerne das Geld für den Handwerker sparen wollen und es lieber selbst versuchen. Falls Sie also die Vermutung haben, dass der Vor- und Rücklauf Ihrer Heizung vertauscht ist, dann finden Sie hier eine Anleitung um das Problem zu beheben.

Funktion des Vor- und Rücklaufs

Der Heizkörper ist Teil eines Systems in dem Wasser erwärmt wird und in den Heizkörper gepumpt wird. Das erkaltete Wasser wird schließlich wieder abgepumpt um erneut erhitzt zu werden. Es handelt sich also um einen Kreislauf, der solange läuft bis die Heizung abgestellt wird und er beginnt von Neuem, wenn man die Heizung anstellt. Damit dieser Kreislauf so möglich ist, braucht es viele Teile, die ihre jeweilige Aufgabe zuverlässig erledigen müssen.

Zu einem Heizungssystem gehören daher auch Vor und Rücklauf, die beide jeweils mit dem Heizkessel und dem Heizkörper verbunden sind. Als Vorlauf bezeichnet man den Weg den das Wasser vom Heizkessel in den Heizkörper zurücklegt und als Rücklauf bezeichnet man den Weg den das Wasser auf dem Rückweg, vom Heizkörper zum Heizkessel zurücklegt. Die Wassertemperatur unterscheidet sich dabei je nachdem ob das Wasser sich im Vor- oder im Rücklauf befindet. Den Temperaturunterschied nennt man „Spreizung“.

Woran merkt man, dass es vertauscht wurde?

Wie bei vielen Problemen in der Heizung bemerkt man das Problem dadurch, dass die Heizung nicht richtig warm wird und/oder merkwürdige Geräusche von sich gibt, die normalerweise nicht da sein sollten.

Das erste was man überprüfen sollte ist, ob in die Heizung vielleicht Luft gelangt ist, denn auch dann zeigt der Heizkörper oder die Fußbodenheizung diese Symptome. Um dies zu überprüfen nimmt man sich einen Eimer, stellt sich den unter das Ventil und dreht dieses auf. Daraufhin kann die Luft entweichen. Sobald keine Luft, sondern Wasser aus dem Ventil austritt weiß man, dass sich im Kreislauf keine Luft mehr befindet. Damit das Wasser aufgefangen wird, hilft es den Eimer vorher darunter zu stellen.

Hat man allerdings festgestellt, dass sich keine Luft im System befindet oder man hat die Luft abgelassen, aber der Heizkörper wird immer noch nicht richtig warm, so liegt der Verdacht nah, dass Vor- und Rücklauf vertauscht sind.

Dies hat zur Folge, dass das Wasser nicht richtig zirkulieren kann, denn der Kreislauf funktioniert folgendermaßen: Das heiße Wasser wird regelmäßig in den Heizkörper gepumpt um diesen zu erwärmen, danach wird das nun runtergekühlte Wasser nach unten raus in den Rücklauf gedrückt. Damit das funktioniert wurden sogenannte Thermostatventile verbaut um die genaue Strömungsrichtung vorzugeben und das Wasser in das richtige Rohr gedrückt wird. Das Wasser drückt dann gegen das Ventil und versucht es quasi aufzudrücken, wobei es von einer Rückholfeder unterstützt wird, die dem Wasser hilft durch das richtige Rohr zurück zum Heizkessel zu fließen. Ist das System funktionstüchtig wird das Ventil A) durch den Druck des Wassers geöffnet und B) von der Rückholfeder offen gehalten.

Im Falle dessen, dass die beiden Läufe vertauscht worden, ist dieser Kreislauf nicht mehr möglich, da nun das Wasser nicht mehr gegen das Ventil drückt und somit nur ein kleiner Teil dank der Rückholfeder entweichen kann. Dies hat zur Folge, dass nicht die gleiche Menge Wasser im Heizkessel ankommt wie losgeflossen ist und somit das Wasser, das nun deutlich weniger ist, den Heizkörper nicht so sorgfältig erhitzen kann, wie wenn die komplette Menge Wasser zirkuliert. Aufgrunddessen heizt sich der Heizkörper bzw. die Fußbodenheizung nicht mehr richtig auf. Außerdem kann auch ein klapperndes Geräusch entstehen, da das Ventil sich nun öffnet und schließt, aber dies nicht still passiert, da kein Wasser hindurchfließt.


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Wie kann das Problem behoben werden?

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Problem gar nicht zwingend behoben werden muss. Das kommt ganz auf die Heizung und auch den eigenen Bedarf an. Außerdem gibt es heutzutage auch Ventile, die das Ganze regulieren können, weshalb es dem Laien womöglich gar nicht richtig auffällt.

Sollte es Sie natürlich stören, da womöglich ein Klappern von der Heizung zu hören ist oder das Ventil kann es nicht selbst regulieren und das Haus wird nicht mehr richtig warm, so sollte ein Fachmann zur Rate gezogen werden, der das ganze dann umtauschen kann. Das Problem selbst zu lösen ist dabei nicht unbedingt eine gute Idee, da man als Laie sich nicht gut genug auskennt. Baut man also etwas falsch aus oder ein und muss letztendlich doch den Fachmann rufen, hat man sich um einiges größere Kosten gemacht und vielleicht sogar noch mehr beschädigt als es am Anfang der Fall war.

Wenn man jemanden gerufen hat, kann man sich im Rahmen dessen, dass die Läufe sowieso getauscht werden müssen, auch direkt beraten lassen, ob es sinnvoll ist ein Ventil einzubauen, dass von selbst einen Fehler beheben kann, damit gesichert ist, dass keine nervigen Geräusche entstehen bzw. die Heizung warm wird.

Worauf muss man achten?

Da das selber tauschen nicht zu empfehlen ist, ist man einfach nur gut damit beraten, wenn man sich vorher mit dem Thema beschäftigt und sich genügend auch für die Kleinteile interessiert, da man dann auf solche Möglichkeiten wie das Ventil, dass Fehler selbst beheben kann, stößt und so entscheiden kann, was eine gute Investition ist. Vorher hat man immer die Möglichkeit sich genügend Gedanken zu machen und in Ruhe zu entscheiden. Im Gegenteil dazu ist es natürlich nervig, wenn es draußen bereits kalt ist, man die Heizung anstellen möchte und dann funktioniert es nicht und das Problem stellt sich als ein Größeres raus.

Fazit

Vor- und Rücklauf verbinden den Heizkessel mit dem Heizkörper und tragen maßgeblich dazu bei, dass das Wasser in der richtigen Richtung zirkuliert. Sind die beiden aber vertauscht so kann es dazu kommen, dass die Heizung ein klapperndes Geräusch von sich gibt und zum Beispiel nicht mehr richtig warm wird. In diesem Fall sollte ein Fachmann zur Beratung hinzugezogen werden, der die beiden Rohre wieder an ihre richtigen Ort bringt.

Sollte jedoch keines dieser beiden Störfaktoren passieren, sondern man hat nur durch Zufall entdeckt, dass sie vertauscht sind, so muss man nicht unbedingt Geld investieren oder einen Experten rufen, da es keine langfristigen Folgen hat.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass man sich im Vorhinein schon ein Ventil einbauen lassen kann, welches ein Vertauschen der Rohre selbst regulieren kann, was keine Reparatur benötigt.

Quelle: bigstockphoto.com / KostiantynVoitenko

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.