Schornstein Vorschriften 2023 Altbau

Altbau Schornstein

Neue Vorschriften führen dazu, dass vor allem Menschen mit einem Altbau einiges zu beachten haben, wenn sie einen Pelletofen oder einen Kaminofen betreiben möchten. Insbesondere für den Schornstein gelten neue Gesetze, die zur Regulierung der Luftqualität in Innenräumen dienen und auch in puncto Sicherheit von etlichen Experten bevorzugt werden.

Warum gelten für Schornsteine im Altbau neue Vorschriften und was gilt es dabei zu beachten?

Interessieren Sie sich für alternative Heizmethoden, wie Pelletöfen oder Kaminöfen? Dann sollten Sie die neuen Vorschriften beachten, die bereits ab Januar 2022 in Kraft treten und auch im Jahr 2023 essentiell sind, um einen Kaminofen überhaupt betreiben zu können. 

Vor allem in Altbauten denken die wenigsten Anwender daran, dass neue Regeln gelten, die einzuhalten sind. In erster Linie dienen diese der Verbesserung der Luftqualität und führen dazu, dass eine verbesserte Ableitung der Rauchgase erfolgt. Dort, wo Altbauten existieren, handelt es sich meistens um dicht besiedelte Regionen. Hier ist es besonders wichtig, dass die Rauchgase korrekt abziehen können. 

Rezirkulationszonen bezeichnen Experten den Bereich auf Hausdächern, an denen der Rauch aus den Schornsteinen austritt. Damit er nicht in gegebenenfalls geöffnete Dachfenster zieht oder doch noch seinen Weg in hoch gelegene Wohnetagen findet, sollte der Schornstein aus diesem Grund laut neuer Vorschrift mindestens 40 cm über dem sogenannten Dachfirst ragen, besser ist jedoch immer eine höhere Lage, die das Risiko reduziert, dass die Rezirkulationszone niedriger ausfällt.

Was ändert sich 2023 bei den Vorschriften für Schornsteine im Altbau?

Die Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, auch kurz als BImSchV bezeichnet, hat die neuen Verordnungen bereits für Anfang 2022 umgesetzt, sodass diese folglich für Interessenten, die einen Kaminofen planen, zu beachten sind. Schadstoffe in der Luft können in Umgebungen, in denen ältere Bauweisen von Schornsteinen existieren, länger in der Luft verweilen und schlechter abziehen und somit dazu beitragen, die Luftqualität eines ganzen Bezirks zu verschlechtern. 

Damit sich diese nicht zwischen Häusern ablagern, sondern von Wind weggetragen werden, gelten neue Richtlinien zur Erhöhung von Schornsteinen. Wird diese Neuerung bei Neubauten meistens direkt umgesetzt, ist sie bei Altbauten nachträglich auszuführen. Aufgestellt wurden die Bedingungen zur Ableitung von Rauch von Kaminöfen bereits am 13. Oktober 2021 und finden sich in der ersten Verordnung zur Änderung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen wieder. Zu diesen zählen auch kleine Kaminöfen und der bekannte Pelletofen, der auch nachträglich in eine Altbauwohnung eingebaut werden kann.


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Welche Personen sind von den Schornstein-Vorschriften 2023 besonders betroffen?

Wurde der Altbau erst kürzlich saniert, ist es möglich, dass auch die Schornsteine bereits die erforderliche Höhe zur Integration eines Kaminofens besitzen. Ist dies nicht der Fall, sollten Interessenten, die einen solchen Ofen gerne installieren möchten, vorab Rücksprache mit dem Vermieter oder dem Eigentümer und einem Experten für Schornsteine und Kaminöfen halten.

Öfen, die feste Brennstoffe verwenden, um über Feuer zur Wärmegewinnung ihren Einsatz zu finden und somit Rauchgas ausstoßen, benötigen seit dem 1.1.2022 zum Kaminrohr folgend einen Schornstein in festgesetzter Höhe. Dies gilt dann, wenn die Öfen weniger als ein Megawatt an Leistung produzieren. Nicht nur die sogenannte Einzelraumfeuerungsanlage ist von dieser Regulierung betroffen. Nicht selten finden sich in Mehrparteienhäusern eines Altbaus auch Heizkessel wieder, die ein ganzes System mit Wärme versorgen und zur Ableitung den Schornstein verwenden. Auch hier greift das neue Gesetz, um die geforderte Luftqualität zu gewährleisten.

Wo kommt die Vorschrift für den Schornstein im Altbau nicht zur Anwendung?

Hatten Nutzer bereits einen Kaminofen oder einen Heizkessel oder eine ähnliche Feuerungsanlage vor dem Inkrafttreten der Vorschrift installiert, muss hier nicht nachträglich eine Umbaumaßnahme stattfinden. In diesem Fall ist der Schornstein nach aktueller Ausgangslage auch im Jahr 2023 nicht von einem Umbau betroffen. 

Selbst wenn Sie planen, Ihre bereits vorhandene Anlage durch eine optisch attraktivere oder energietechnisch nachhaltigere Version zu ersetzen, benötigen Sie keinen zusätzlichen Umbau des Schornsteins. Lediglich Anwender, die aktuell den Einbau eines Kaminofens planen, sind von diesen Vorschriften betroffen. 

Wenn Sie sich für Kaminöfen interessieren, werden Sie zudem feststellen, dass seit 2022 von Herstellerseite die Richtlinie für das sogenannte EcoDesign eingehalten werden muss, die für mehr Nachhaltigkeit beim Betrieb der Anlagen stehen soll. Für Sie als Verbraucher ändert sich hierbei jedoch nichts. Künftige Bauherren, die noch eine Feuerungsanlage im Gebäude einsetzen möchten, sollten die vorgeschriebene Erhöhung des Schornsteins im besten Fall direkt von Anbeginn einplanen.

Credits: Gorlovkv / bigstockphoto.com

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.