Heizung klingt wie Wasserfall (plätschert) was tun?

Heizung plätschert

Wenn man im Winter die Heizung aufdreht so wünscht sich der Großteil der Menschen, dass einfach alles funktioniert und man sich keine Gedanken machen muss. Jedoch funktioniert nicht immer alles so wie man es sich vorstellt, denn nach einer langen Pause in der die Heizung nicht benutzt wird, können sich einige Probleme auftun, die einem erst am Anfang der Heizperiode auffallen. Hierbei ist schnelles Handeln gefragt um schnell wieder im Warmen sitzen zu können.

Grundsätzlich lässt sich zu den Heizungen sagen, dass es zwei verschiedene Systeme gibt. Zum einen gibt es die Warmwasserheizung und die Luftheizung.

Die Warmwasserheizung hat sich in Deutschland durchgesetzt und ist in dem Großteil der Haushalte zu finden. Dabei wird Heizungswasser erhitzt und schließlich durch das Heizungssystem geleitet, worauf sich die Heizkörper erwärmen.

Die Luftheizung hingegen besteht zwar auch aus einem geschlossenen Heizungssystem, jedoch wird durch die Brennstoffverbrennung heiße Luft erzeugt, die schließlich die Heizkörper erwärmt.

Ursachen für das Plätschern

Wenn die Heizung Geräusche macht, kann das viele Gründe haben, jedoch bedeutet es in jedem Fall das etwas nicht stimmt. Entweder ist etwas nicht richtig angebracht oder defekt.

In den meisten Fällen wird man beobachten, dass neben den Geräuschen auch die Heizkörper nicht mehr richtig warm werden, da das Wasser aufgrund eines Fehlers nicht mehr richtig zirkulieren kann.

Ein Grund dafür kann zum Beispiel Luft in der Heizung sein. Die kann sich ansammeln, wenn die Heizung lange Zeit am Stück nicht benutzt worden ist, weswegen es ratsam ist die Heizung mindestens zweimal im Jahr zu entlüften (einmal vor und einmal nach der Heizperiode).

Außerdem kann die Heizung Geräusche von sich geben, wenn etwas mit dem Wasserdruck nicht stimmt, was genau wie bei Luft in der Heizung zu den gleichen Symptomen führt.

Ein dritter Grund, der bekanntlich zu einem Plätschergeräusch in der Heizung führt, ist wenn die Drehzahl der Umwälzpumpe zu hoch eingestellt ist.

Sollte keiner dieser Gründe auf Ihre Heizungssituation zutreffen so sollte ein Heizungstechniker zur Rate gezogen werden, da dieser das Problem vermutlich besser lokalisieren kann, als ein Laie.

Probleme selbst beheben

Wenn sie das Problem selbst lokalisiert haben und bereits eine Vermutung auf die Ursache, dann bedeutet das nicht, dass direkt ein Fachmann angerufen werden muss, da man bei einigen Situationen selbst die Möglichkeite hat das Problem zu beseitigen.

Sollten Sie sich sicher sein, dass Luft in der Heizung ist, so können Sie diese entlüften. Dazu braucht man idealerweise einen Entlüftungsschlüssel oder einen Schraubenzieher und eine kleine Schüssel. Diese Schüssel wird nun unter das Entlüftungsventil gestellt um austretendes Heizungswasser aufzufangen. Dann kann das Ventil mit dem Schraubenzieher oder dem Entlüftungsschlüssel geöffnet werden. Nun kann die Luft austreten und dem Wasser Raum machen. Sobald Wasser anfängt auszutreten bedeutet es das alle Luft entwichen ist. Das Ventil kann wieder geschlossen werden.


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Sollten sie diesen Schritt bereits gemacht haben, so kann es sich ebenfalls um ein Problem mit dem Wasserdruck handeln, weshalb man ihn ablesen sollte. Wenn man den Wasserdruck am Manometer abgelesen hat und feststellt, dass er zu niedrig ist, kann man Heizungswasser nachfüllen oder vom Fachmann nachfüllen lassen, um den Druck wieder zu regulieren um die Geräusche zu stoppen.

Ist keiner dieser beiden Dinge das Problem so kann man die Drehzahl der Umwälzpumpe neu einstellen und schauen, ob die Geräusche dadurch verschwinden oder nicht. Hierbei lohnt es sich nicht nach Versuch 1 aufzugeben, sondern auszuprobieren wie viel die Drehzahl angepasst werden muss. Hat man die Drehzahl etwas runter gestellt, so werden die Heizkörper trotzdem warm, aber es kann minimal länger dauern.

Professionelle Beratung

Letztendlich lohnt es sich eigentlich immer einen Fachmann zu Rate zu ziehen, wenn man unsicher ist, da dieser einem helfen kann. Jedoch kostet dies natürlich auch immer Geld weswegen manche Menschen alles lieber selber machen wollen. Dies kann in vielen Dingen auch gut klappen und einwandfrei funktionieren, jedoch gibt es insbesondere im Bezug auf das Thema Heizen einige Punkte die ausschließlich vom Fachmann durchgeführt werden sollten.

So zum Beispiel, wenn man einen hydraulischen Abgleich vornehmen möchte. Dieser ist nicht nur kostengünstig, sondern bringt auch viele Vorteile mit sich. 

Zusätzlich zu den ohnehin schon günstigen Kosten gibt es auch die Möglichkeit Förderungen zu bekommen. Bei einem hydraulischen Abgleich werden verschiedene Aspekte im Heizungssystem berechnet und aufgrund dessen kann die Heizung dann so eingestellt werden, dass alle Heizkörper die richtige Menge an Wärme bekommen und gleich warm werden. Dadurch können viel Energie und viele Kosten gespart werden. Ein hydraulischer Abgleich kostet bei einem Einfamilienhaus im Schnitt 500 EUR.

Dadurch, dass das Thema Nachhaltiges Heizen immer präsenter wird in der Gesellschaft, lohnt es sich insbesondere bei älteren Heizungssystemen, sich mit einem Heizungstechniker zusammenzusetzen und beraten zu lassen. Mittlerweile gibt es bei vielen Systemen die Möglichkeit zumindest einen Teil modernisieren zu lassen.

Tipps zur Heizungsoptimierung

Viele Heizungsoptimierungen, die das Ziel haben Kosten und Energie zu sparen werden von der BAFA gefördert. Dabei ist es egal ob es sich um eine Privatperson oder eine Firma handelt. Ein Antrag auf Förderungsmittel kann dabei mit dem Ausfüllen eines Formulars eingereicht werden.

Abgesehen davon gibt es jedoch auch noch einige Maßnahmen, die die Heizung optimieren können. Dazu gehören zum Beispiel ein regelmäßiges Entlüften (wie bereits erwähnt 2* im Jahr), die Isolation von Heizleitungen, das Prüfen von Thermostaten und der Austausch dieser, wenn sie schon alt sind, da moderne Thermostate sich präziser regeln lassen. 

Aber auch das Austauschen der Wärmepumpe, wenn auch hier ein altes Modell verbaut ist, da moderne Pumpen deutlich weniger Energie verbrauchen. Außerdem sollte die Heizung regelmäßig gewartet werden (mindestens 1* im Jahr) damit eventuelle Energieverbraucher direkt ins Auge fallen und behoben werden können.

Anschließend sollte der Appell auch an jede Person gerichtet werden die heizt, denn in vielen Haushalten wird die Heizung schlichtweg die komplette Zeit angelassen, was selten notwendig ist und sehr viel Energie verschwendet. Hier hilft es die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und sein Verhalten anzupassen.

Quelle: bigstockphoto.com / Ruslan Ivantsov

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.