Klimaanlage nachrüsten: Vorteile und Kosten

Klimaanlage

Bei der Frage, ob sich das Nachrüsten mit einer Klimaanlage lohnt, sollte man vor allem eines: Einen kühlen Kopf bewahren! Lohnt dafür der finanzielle Aufwand – einschließlich der zusätzlichen Energiekosten? Ist es tatsächlich so oft unerträglich heiß in der Wohnung oder dem Haus? Alles rund um die Frage „Klimaanlage nachrüsten oder nicht“ gibt es im folgenden Artikel.

Die verschiedenen Klimaanlagen

Technisch nicht so versierte Menschen stellen sich die Funktionsweise einer Klimaanlage oft wie einen großen Ventilator vor, dessen Luftstrahl über einen großen Haufen Eiswürfel strömt. Nach landläufiger Auffassung liefert eine Klimaanlage also kalte Luft an, um die warme dadurch zu verdrängen.

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VentilatorIn Wirklichkeit ist es allerdings genau andersherum. Eine Klimaanlage transportiert nicht kalte Luft nach innen, sondern warme Luft nach außen, um auf diese Weise eine Abkühlung einzuleiten. Die unterschiedlichen Gerätetypen bewältigen diese Aufgabe auf unterschiedliche Weise, daher ist es für die jeweilige Wohnsituation von besonderer Bedeutung, die richtige Klimaanlage zu wählen.

Die Economy-Klasse: Mobilgeräte

Die preiswerteste Methode, sich im Haus Kühlung zu verschaffen, ist der Einsatz eines mobilen Geräts. Diese Variante macht Sinn, wenn es um die lokale Kühlung eines fest umrissenen Bereichs geht, beispielsweise den Arbeitsplatz im Home Office.

Im Grunde ist ein mobiles Klimagerät nicht viel mehr als ein Ventilator, der mit einem Wassertank und einer Verdunstermatte ausgestattet ist. Der Ventilator drückt die Luft durch die feuchte Matte, was zur Verdunstung führt. Die dafür erforderliche Energie bezieht das Gerät aus der Luft – und das löst die eigentlich Kühlung aus.

KlimaanlageUm die Wirkung zu intensivieren, kann man auch Eiswürfel oder Kühlakkus in den Tank geben. Auch in diesem Fall liefert das Gerät aber keine kalte Luft an, um die warme zu verdrängen. Vielmehr intensiviert das Eis den Verdunstungsprozess, was zu einem erhöhten Energiebedarf führt. Das Gerät liefert mit Eis nicht mehr kalte Luft, sondern es entzieht der Luft mehr Wärme.

Achtung: Ist das Wasser und das Eis aufgebraucht, endet auch die Kühlfunktion. Das mobile Klimagerät fungiert ab diesem Moment bis zur nächsten Füllung wie ein einfacher Ventilator.

Vorteil der mobilen Kühlung:

  • geringe Anschaffungskosten
  • vergleichsweise geringer Energieverbrauch

Nachteile der mobilen Kühlung:

  • eng umrissene Wirkungsbereich
  • begrenzte Kühlleistung
  • ständiger Nachfüllbedarf
  • hohe Luftfeuchtigkeit kann im Extremfall zu Feuchtigkeitsschäden bis hin zu Schimmelbefall führen

Business Class: Monoblockgeräte

Dieser Gerätetyp ist für die Kühlung gesamter Räume oder Hausteile über einen längeren Zeitraum hinweg geeignet. Das technische Prinzip findet sich auch in der Wärmepumpe oder im Kühlschrank wieder.

Der Wärmetauscher schickt die Raumluft durch ein Kältemittel, das ihr die Wärme entzieht. In einem geschlossenen Kreislauf erfolgt die Verdampfung des Kältemittels durch Energiezufuhr. Dann tritt der Verdichter in Aktion und komprimiert das Kühlmittel, bis es die Wärme über einen zweiten Wärmetauscher wieder abgibt. Dabei verflüssigt sich das Mittel wieder. Die abgegebene Energie wird schließlich über einen Schlauch nach außen abgeführt.

Monoblockgeräte sind in der Anschaffung relativ günstig und einfach zu installieren. Damit sind die Vorteile bereits beschrieben, wobei aber die einfache Installation direkt auf den größten Nachteil hinführt.

In der Regel erfolgt der Abtransport der Warmluft durch ein Fenster oder eine Tür, die einen Spaltbreit geöffnet sind und durch die der Abluftschlauch geführt wird. Damit stellt sich das Monoblockgerät quasi selbst ein Bein: Durch den Spalt dringt weitere warme Luft ein, die zusätzlich gekühlt werden muss. Selbst sehr effektiv arbeitende Geräte können dieses systemische Defizit nicht ausgleichen. Ein weiterer Nachteil ist die relativ hohe Geräuschentwicklung dieser Geräteklasse.

First Class: die Split-Klimaanlage

Diese Geräteklasse verbindet die Vorteile verschiedener Kühltypen. Im Grunde funktionieren Split-Anlagen wie Monoblockgeräte, wobei der Kühlprozess auf zwei Geräteeinheiten verteilt ist: einem Innenmodul und einem Außenmodul.

Das Innenmodul enthält lediglich den Ventilator und den Wärmetauscher, der für die Verdampfung des Kältemittels zuständig ist. Alle anderen Elemente sind im Außenmodul untergebracht, was sich insbesondere durch eine angenehm kompakte Bauweise des Moduls bemerkbar macht, mit dem man sich den Innenraum teilt.

Der große Vorteil gegenüber Monoblockgeräten besteht im Fehlen von Abluftschläuchen, die man durch geöffnete Fenster oder Türen leiten muss. Stattdessen sind zur Verbindung von Innen- und Außenmodul lediglich zwei recht dünne Schlauchverbindungen erforderlich, für die zwei kleine Bohrlöcher durch die Außenwand genügen.


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Weitere Vorteile sind der sehr leise Betrieb und die hohe Energieeffizienz, da die Anlage nicht selbst für die zusätzliche Erwärmung der Räume sorgt.

Besonders interessant wird die Anwendung von Split-Anlagen, wenn mit einem Außenmodul mehrere Innenmodule verbunden werden. Das erlaubt die Kühlung mehrerer Räume mit nur einer Anlage – im günstigsten Fall sogar des ganzen Hauses. Dazu kommt ein weiterer interessanter Aspekt: Da Split-Anlagen im Grunde Wärmepumpen sind, können sie im Winter auch zur Beheizung von Räumen eingesetzt werden.

Executive Class: die Wärmepumpe

Diese Variante kommt zum Einsatz, wenn eine energetische Sanierung des Hauses geplant ist und bei dieser Gelegenheit auch gleich eine vernünftige Kühlung integriert werden soll.

In diesem Fall kann es lohnend sein, den Wärmepumpeneffekt der Split-Anlage weiterzudenken und einfach umzudrehen: Da die energetische Optimierung des Hauses ohnehin in vielen Fällen den Einbau einer Wärmepumpe beinhaltet, hat man die Klimaanlage sozusagen automatisch mit an Bord. Wird die Wärmepumpe im Sommer aktiv betrieben, sorgt sie für Kühlung. Der passive Betrieb im Winter sorgt für Beheizung.

Welche Klimaanlage ist die richtige für mich?

Um die richtige Klimaanlage für die jeweilige Bedarfssituation zu finden, ist eine sorgfältige Planung unumgänglich, und die wiederum erfordert eine gründliche Bedarfsanalyse.

Als ersten Wert sollte der Bedarf an aktiver Kühlung festgestellt werden. Dafür ist die Unterstützung durch einen Fachbetrieb erforderlich. Das gilt auch für die darauf aufbauende Planung.

Diese Fragen sollten zuerst geklärt werden:

  • Einzelbereiche, Räume oder das ganze Haus kühlen?
  • Maximaler Kühlungsbedarf?
  • Energetischer Status des Hauses?
  • Alternative Möglichkeiten der Wärmereduzierung ausgereizt?

Ergibt die Bedarfsanalyse, dass ein Mobilgerät oder ein Monoblockgerät ausreicht, genügt es, den neuen temperatursenkenden Hausgenossen einfach aufzustellen, wobei der ideale Standort möglicherweise ein Thema des Beratungsgesprächs mit dem Fachbetrieb sein sollte.

Entscheiden Sie sich für eine Split-Anlage, sollten der Einbau dem Fachbetrieb anvertraut werden, besonders bei einer Mehrraumlösung. Auch die Wartung sollte am besten der Fachbetrieb durchführen, wenn Wert auf Langlebigkeit und energieeffizienten Betrieb der Anlage gelegt wird.

Und die Kosten?

Mobilgeräte mit Wassertank kosten zwischen 50 und 200 Euro. Monoblockgeräte gibt es bereits zu Preisen zwischen 200 und 500 Euro. Der Umstand, dass bei Monoblockgeräten der Abluftschlauch durch geöffnete Fenster und Türen geleitet wird, verursacht erhöhte Stromkosten, die dem Kaufpreis zugerechnet werden müssen.

Splitanlagen sind zwischen 500 und 1.500 Euro zu haben. Bei mehreren Innenmodulen steigt der Anschaffungspreis entsprechend.

Ein wichtiger Kostenfaktor bei Klimaanlagen – besonders, wenn sie lange laufen – sind die Stromkosten. Sie können den Preisvorteil einfacher Geräte über die Zeit hinweg spürbar mindern oder auch ganz verschwinden lassen. Um sich ein realistisches Bild davon zu machen, welcher Gerätetyp passt, sollten man sich über den exakten Stromverbrauch der einzelnen Geräte eingehend informieren, wobei es zur Ermittlung der tatsächlichen Kosten vor allem auf die elektrische Anschlussleistung ankommt.

Tipp: Multipliziert mit dem aktuellen Strompreis und der Gesamtnutzungszeit pro Jahr erhält man den realistischen Betrag der Stromkosten, die das Gerät verursacht.

Fazit

Es gibt für jeden Bedarf die richtige Klimaanlage – vom einfachen Mobilgerät bis zur luxuriösen Split-Anlage mit mehreren Innenmodulen. Welcher Gerätetyp der richtige ist, stellt sich aber erst nach einer sorgfältigen Bedarfsanalyse heraus, die sowohl die persönlichen Bedürfnisse als auch die Gegebenheiten im Haus berücksichtigen sollten.

Credits:
borke/bigstock.com

Andreas Treufelsberger
Andreas Treufelsberger ist 41 Jahre jung ;-) und überzeugter Handwerker. Vor 17 Jahren hat er seinen Traum erfüllt und einen Meisterbrief zum Heizungsbauer und Energieberater erhalten. Seitdem ist er bemüht sein Wissen im Job als auch im Internet weiterzugeben. Heizsysteme sowie auch moderner Umweltschutz beim Hausbau faszinieren ihn schon immer. In seiner Freizeit befasst er sich mit Sport, gesundem Lebensstil und schreibt Artikel auf Onlineportalen wie heizungshelden.com und der taz.